Klare Kritik an den Planungen zum Fachmarktzentrum

Zittau, 1. September 2012. Dr. Rosemarie Wilcken, Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Stiftung Denkmalsschutz, hat Ende August 2012 in einem Offenen Brief an den Zittauer Oberbürgermeister Arnd Voigt schwere Bedenken gegen das für die Albertstraße vorgesehene Fachmarktzentrum geäußert, berichtet der Görlitzer Anzeiger.

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Ausführlich im Görlitzer Anzeiger

Sie beklagt u.a. den mit dem möglichen Bau einhergehenden beträchtlichen Verlust historische Bausubstanz, den phantasielosen Fassadenentwurf und mangelnden Respekt.

Erfahren Sie mehr im Görlitzer Anzeiger!
01.09.2012: Deutsche Stiftung Denkmalschutz bemängelt geplantes Zittauer Fachmarktzentrum

Update:
Wie dem Beitrag im Görlitzer Anzeiger zu entnehmen ist, wird unter anderem "die Anordnung der Lkw-Versorgung" bemängelt. Unbeschadet dessen ist Lkw-Logistik heute ein wesentlicher Teil der Verteilungsnetze überall auf der Welt. Wie Unternehmen ihren Herausforderungen in der modern Logistik – auch unter dem Aspekt des inzwischen aufgeblühten Online Handels – nachkommen können, hat sich der Zittauer Anzeiger in einem Beitrag mit einem Beispiel zur Logistik angeschaut, der am 18. Februar 2022 veröffentlicht wurde.

Ergebnis: Fachmarktzentrum Zittau

voll dafür! (22.7%)
 
nur wenn anders (17.3%)
 
dagegen! (53.6%)
 
mir egal (6.4%)
 
Nichtrepräsentative Umfrage
Umfrage seit dem 01.09.2012
Teilnahme: 110 Stimmen
Kommentare Lesermeinungen (5)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Sogenanntes "Fachmarktzentrum" in Zittau

Von Peter Dorn am 18.01.2014 - 00:21Uhr
Das Gruppenbild auf der Facebook-Seite "Centergegner" ist ein Warnbild. Es zeigt u.a. eine gigantische Spitzhacke, welche brachial in die Stadt Zittau einschlägt.

Im Luftbild erscheint die Innenstadt wie eine zierliche, zarte, zerbrechliche Spielzeugstadt. Und alle wissen um die Gefährdung der Heimatstadt durch ein verfehltes Center-Projekt!

Bestürzender politischer, wirtschaftlicher und architektonischer Dilettantismus droht, in Jahrhunderten gewachsene stadträumliche Qualitäten zu ruinieren. Die Innenstadt ist eines der wertvollsten historischen Ensembles von ganz Sachsen (Landesamt für Denkmalpflege). Kein einziger Centerbefürworter ist Willens und in der Lage, die komplexe Sachlage zu überblicken und verantwortungsvoll im Sinne einer nachhaltigen, behutsamen Stadtentwicklung für die hier lebenden Menschen zu erörtern. Allein schon wegen der zusätzlich erwarteten Tausenden Autofahrten in der Innenstadt von womöglich früh ab 6 bis abends 22 Uhr oder länger hätte das Vorhaben längst gestrichen gehört! Denn da sind Gesundheit und Lebensqualität in Gefahr!

Stattdessen bestimmen Einschüchterung, Verschweigen und Verdrehung der Wahrheit, Ablenkung und versuchte Übertölpelung der weitgehend noch nicht angemessen informierten Bürger das Geschehen. Die "Vorfreude" einiger ist nur ein Mangel an Information,Vorstellungsfähigkeit und Urteilskraft. Das monatelange Verstecken der neueren, ziemlich kritischen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange setzt allem die Krone auf! Ständig waches Misstrauen ist da angebracht! Zumal nicht mal die meisten der 2009 mit 39,81 % Wahlbeteiligung gewählten Stadträte, die ja als gewählte Vertreter der Zittauer Bürger über Wohl und Wehe der Stadt entscheiden sollen, die Stellungnahmen kennen. Dabei stehen die Stadträte eigentlich über der Stadtverwaltung. Sie sollen ins Technische Rathaus im einstigen NVA-Armeegelände gehen und dort die Stellungnahmen e i n s e h e n. Keine Kopien, keine Fotos?!

Deutschlandweit und international ist hinreichend bewiesen, dass solche Innenstadt-Center tödlich für die heimischen Einzelhändler sind! Es ist versuchte Volksverdummung, wenn behauptet wird, dass die Einzelhändler dadurch „Kundenströme“ zu erwarten hätten. Solcherart Center werden von Großinvestoren und Großfilialisten zum Erzielen von Maximalprofit geplant und genutzt. Ein absolut gnadenloser Verdrängungswettbewerb ist zu erwarten! Deshalb spricht man von Kannibalisierungseffekten. Es gibt keinerlei Nischen, kein Schutzbiotop für Einzelhändler. Kaufkraft und Steuerkraft werden rücksichtslos abgesaugt. Getätigte Investitionen können 10-12 Jahre abgeschrieben werden, das heißt, es brauchen in dieser Zeit keine Steuern bezahlt werden. All dieses Geld würde in einer eh schon armen Region den Städten und auch den absehbar stark geschädigten Orten aus deren Umgebung fehlen. Deshalb wollten die Intelligenten aus der 30 km entfernten Lessingstadt Kamenz gegen das in Bautzen geplante Lauencenter klagen! Das Schreiben der Stadtverwaltung von Kamenz gegen das Lauencenter war eine der intelligentesten Stellungnahmen. Man berief sich rechtes auf den Landesentwicklungsplan und auf die Regionalplanung. Es wäre zu wünschen, dass alle Stadträte und Bürgermeister betroffener Städte und des Umlandes dieses Schreiben kennen! Unwissenheit ist kein Ruhekissen... Da sitzt man eigentlich auf glühenden Kohlen!

Zittau besitzt in der von Karl Friedrich SCHINKEL geplanten Johanniskirche und in der Kreuzkirche Denkmale von nationaler Bedeutung. 524 Denkmale befinden sich in der Innenstadt und am Ring. Vielen sind der Hefftergiebel, das Grätzsche Haus, das Salzhaus, das Rathaus, das Noacksche Haus, das
Dornspachhaus und wertvolle Brunnen als einzelne Denkmale wichtig. Wie ungeheuerlich, abscheulich und verschroben, ist es aber dann, wenn man zuließe, in einer solchen Heimatstadt einen derart kolossalen Fremdkörper, eine solche absehbare gigantische architektonische Missgeburt, ein solches Stahlbeton-Geschwür zuzulassen! Zumal es Alternativen gibt!

Alle Hiesigen sind gegenüber SCHINKEL, SCHRAMM, SCHORISCH, Ehrenbürger Prof. KIESOW, all jenen, die etwa 5 Millionen Euro für ein Zittau spendeten, wie sie es kennenlernten sowie gegenüber jenen in der Pflicht, die in der Ferne weilen, aber das vertraute Bild ihrer Heimatstadt im Herzen tragen.

Liefert die verarmende, überalternde, ausblutende Heimat nicht zur Plünderung an Fremde aus! Bewahrt das Liebenswerte an dieser Stadt, ihre Unverwechselbarkeit, ihre Einmaligkeit, das Besondere! Zittau hat schon genug bezahlt, viel zu viel! Wegen des Centerplans, der schon viele Jahre unheilvoll der Stadt droht, werden selbst risikobereite und unternehmungswillige Einzelhändler nicht mehr groß investieren oder sich neu einrichten. Banken sehen das Risiko klarer als andere, entscheiden knallhart, geben denen gar keinen Kredit mehr...

Fachmarktcenter-Plan in Zittaus Neustadt

Von Gert W. Knop am 19.08.2013 - 23:24Uhr
Es ist nicht zu fassen, dass es noch immer Befürworter für ein Fachmarktcenter in Zittaus historischer Innenstadt geben soll.

Jeder Befürworter sollte doch einmal seinen gesunden Menschenverstand einsetzen und endlich sich einmal darüber klar werden, was dies für eine Stadt wie Zittau bedeuten würde! Der Tod des Einzelhandels in der Innenstadt!! Und der Reiz kleiner Einzelhandelsläden, die auch Touristen anziehen, wäre für immer und ewig verloren.

Wir haben schon ausreichenden Leerstand, da darf nicht noch weiterer hinzukommen. Außerdem wird auch in Zukunft der Internethandel zunehmen.

Unsere tschechischen und polnischen Nachbarn werden auch in Zukunft die besser erreichbaren Märkte außerhalb der Innenstadt aufsuchen, wo es ausreichend Parkmöglichkeiten direkt vor den Eingängen gibt.

Eine Verschandelung der Innenstadt durch einen Neubau eines FMZ kann nicht im Interesse der Mehrheit der Zittauer Bevölkerung sein.

Solch ein Center in Zittaus Innenstadt?

Von Peter Dorn am 12.08.2013 - 17:28Uhr
Einwendungen zum Bebauungsplan Nr. XXXIII "Fachmarktzentrum Neustadt Zittau“

1.
Das in Zittaus Innenstadt vorgesehene "Fachmarktzentrum“ zeugt von politischem, wirtschaftlichem und architektonischem Dilettantismus, von der Unfähigkeit der Zittauer Zuständigen problemangemessene, nachhaltige, behutsame Lösungen für die Zukunft Zittaus und seiner Bürger zu entwickeln! Alle seit über 20 Jahren verfolgten Pläne zur Installation von großflächigen Einzelhandelsbetrieben in der Innenstadt sind ein Holzweg, eine Sackgasse, gehören in die Tonne. Sie behinderten, verzögerten oder blockierten bessere Planungen und Investitionen mit höherer Lebensqualität für die Zittauer.

Nur zwei Beispiele: Schon vor 13 Jahren wollte Familie Eitner (Bastelladen) die ehemalige Sport-HO auf der Reichenberger Straße haben, bekam sie aber nicht… 2008 schrieb Sebastian Lehnert an der Zittauer Hochschule seine Diplomarbeit zur Albertstraße 14, weil eine dringliche Investition beabsichtigt war…

2.
Das 2013 nun 775 Jahre alte Zittau besitzt eine der wertvollsten historischen Innenstädte von ganz Sachsen, laut Stellungnahme vom Landesamt für Denkmalpflege vom 4. Mai 2012. Da es nirgendwo auf der Welt noch einmal eine genau solche, eine so wertvolle, unverwechselbare, einmalige Stadtgestalt gibt, besitzt Zittau also in der historischen Innenstadt ein besonders schützenswertes Alleinstellungsmerkmal. Alle Zukunftspläne für Zittau müssen das berücksichtigen.

Die Tourismuskonzeption muss ideenreich ausgebaut werden und hohen Stellenwert haben. Ähnlich wie anderswo sollte ein handlicher Stadtführer aufgelegt werden - vgl. "Architekturführer durch die Historische Altstadt von Görlitz/ Beschreibungen von 100 Baudenkmalen aus Gotik, Renaissance und Barock“ von Frank Vater, 3. Auflage schon 2007, ISBN: 978-3-939177-02-9. In Zittau müssten freilich auch Bauwerke von Klassizismus und Historizismus aufgenommen werden.

3.
Zittau erhielt durch die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz etwa 5 Millionen Euro zur Reparatur von Denkmalen, vor allem dank der Bemühungen von Prof. Gottfried Kiesow, der mehrfach potentielle Spender in Gruppen durch Zittau führte. Dieses Jahr veranstaltet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für Interessierte, also womöglich auch für bisherige oder künftige Spender, wieder vier Reisen in unsere Heimat.

Das Vier-Tage-Programm kostet bei Übernachtung im Einzelzimmer 786 Euro. Außer den Sehenswürdigkeiten in Görlitz, Bautzen, Haus Schminke und dem gusseisernen Aussichtsturm in Löbau, dem Schloss von Zinzendorf in Berthelsdorf, dem Faktorenhof in Eibau sowie der Burg- und Klosterruine Oybin sollen auch das Große Zittauer Fastentuch in der Kreuzkirche, das ehemalige Franziskanerkloster, die von K. F. Schinkel geplante Johanniskirche und das majestätische, nun über 502 Jahre dominante Salzhaus besichtigt werden.

Von den weitgereisten Gästen kommt gewiss keiner wegen eines abschreckenden, monströsen Allerwelts-Centers, welches in seiner Grundfläche fünfmal größer als das Salzhaus ist... Das steht wohl auch nicht in der Zittauer Tourismuskonzeption... Diese Stiftung hat über 220.000 Förderer. Prof. Gottfried Kiesow, der kenntnisreiche Zittauer Ehrenbürger, welcher die Einmaligkeit Zittaus erkannte, sagte: "Solange ich kriechen kann, werde ich Zittau und Görlitz helfen." Es wäre eine Schande und hochgradige Respektlosigkeit, wenn man in die Zittauer altehrwürdige Innenstadt, eines der wertvollsten historischen Architektur-Ensembles von ganz Sachsen, ein solches Betonstahl-Geschwür implantieren würde! Wer das Center baut, hat die Stadt versaut! Also: Sofortiger Stopp des peinlichen Centerplans, damit sich die Zittauer nicht schämen müssen!

4.
Die absehbare Entweihung (Dipl.-Ing. [Bau] Luthardt), ja Schändung der historischen, nun 775 Jahre alten Innenstadt durch ein jetzt schon überholtes Centerprojekt, welches durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Schreiben vom 27. August 2012 vernichtend kritisiert wurde, hat deutschlandweit in der Presse wiederholt Unverständnis, scharfe Kritik und Spott ausgelöst, wurde z.B. als skurril, verschroben, bezeichnet. Auch Staatsminister a.D. Heinz Eggert hat den Centerplan scharf kritisiert. Da hilft bloß eine Vollbremsung beim Centerprojekt! Politisch und wirtschaftlich unklug wäre ein starrsinniges Weitertreiben, weil Zittau ansonsten auch als Investitionsstandort angezweifelt werden könnte.

5.
Die im "FMZ“ auf 9.500 m² Verkaufsfläche vorgesehenen 24 Läden wären die Sterbehilfe für viele Geschäfte in der Zittauer Innenstadt, weil es keinerlei Sortimentsbeschränkung für das geplante Center gibt. Unsinnigerweise, zum absehbaren Schaden für nah benachbarte Einzelhändler empfiehlt die "Wirkungsanalyse“ von GMA, eigentlich eine Prognose, sogar noch "Fahrräder und Zubehör“ im Center anzubieten, obzwar unmittelbar südöstlich daneben ein Fahrradhändler existiert (Zweirad-Glaubitz). Auch die von GMA empfohlene Hineinnahme von "Outdoor/Camping“ ginge zu Lasten zweier Einzelhändler, dem unweit gelegenen Sport-Wagus am Rathausplatz und Intersport-Kunick am Markt. Vgl. Jester S. 72 oben! Man muss von den Stadträten erwarten, dass sie die heimischen Einzelhändler schützen, der Investor z.B. vorab, also jetzt schon, unbedingt eine Sortimentsbeschränkung erhält, nicht Fahrräder und Outdoor/Camping anbieten darf!

6.
Beim Lotto gibt es sehr geringe Chancen. Keinerlei Chancen ließe das Center jedoch den meisten heimischen Händlern, weil ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb droht. In Schwerin kam es bei Einzelhändlern zu einem Umsatzrückgang um 39 %! Der Leerstand bei Geschäften verdoppelte sich auf 6.800 m²! Nach der Eröffnung des Kornmarktcenters in Bautzen konnte fünf Jahre später der Geographische Arbeitskreis Deutschland in einer wissenschaftlichen Studie nachweisen, dass 49 Bautzener Einzelhändler aufgrund des Kornmarktcenters ihr Geschäft aufgeben mussten. Anderswo wurde in Gerichtsurteilen nachgewiesen, dass ein drohender Umsatzrückgang über 10 % nicht zumutbar ist!

Der Regionalplan Oberlausitz-Niederschlesien fordert "auf die Sicherung und Belebung des kleinteiligen Einzelhandels hinzuwirken.“ Berücksichtigt man die üblen Erfahrungen nach Centerbauten, z.B. in Schwerin, Bautzen, Hameln und Wetzlar, ist es eine elend verharmlosende Unwahrheit, wenn das Ing.-Büro Jester schreibt: "Es ist nicht zu erwarten, dass sämtliche kleinen Läden in der Innenstadt dauerhaft in ihrem Bestand gesichert werden können.“ Statt eine Wirkungsanalyse zu liefern, gleitet die Darstellung des Büros Jester z.T. nicht nur in eine fragwürdige Prognose, sondern einfach in die Unwahrheit ab, wenn es schreibt, "dass die Ansiedlung eines Fachmarktzentrums den zentralen Versorgungsbereich insgesamt belebt und davon auch die ansässigen kleinteiligen Handelsbetriebe profitieren können.“

Über viele Jahre getätigte Untersuchungen von Dr. Holger Pump-Uhlmann und Monika Walther zu Wirkungen von Centern in Innenstädten belegen deren verheerende Wirkungen! Die Zittauer Variante hilft dem nicht ab! Die Zittauer Stadtverwaltung, die regionale Presse und der Verein "Haus & Grund“ sollten ihrer Pflicht nachkommen, die Zittauer Bürger angemessen(!) über die schlimmen Auswirkungen solcher Center zu informieren! Sinnvoll wäre z.B. die Wiederholung des Vortrages zur Wirkung von Centern in Innenstädten mit fachmännischer Werbung dafür in der SZ und anderen Zeitungen.

7.
Die „Wirkungsanalyse“ von GMA, zitiert bei Jester Seite 69, kalkuliert bei Textilien 20% Verlust für die Innenstadthändler, Bei Schuhen vermutet GMA wegen drei im Center geplanten Schuhfachmärkten Verluste von 38% für die anderen Schuhhändler in der Innenstadt, in der gesamten Stadt schlimme 48% Verlust... Im Center will man unsinnigerweise, auf einer zur Veranschaulichung mit einer Schwimmstrecke verglichenen Fläche von 50x22,22 m, also auf 1.111 m² Schuhe anbieten! Zum bisherigen Angebot von Textilien soll zusätzlich auf einer Fläche von 4.102 m² Kleidung angeboten werden. Das entspricht der Fläche eines kleineren Fußballfeldes, etwa 91x45 m. (Ein Fußballfeld darf laut DFB zwischen 90 und 120 m lang und 45 bis 90 m breit sein…)

Wozu aber ausgerechnet so viel Klamotten in der Innenstadt verhökern? Weil es dem Investor viel Profit verspricht?! Sowohl bei Textilien, Heimtextilien und Schuhen schreibt GMA, dass "Leerstände“ zu erwarten sind. Deutlicher gesagt: Das geplante Center wäre die Sterbehilfe für viele Geschäfte in der Zittauer Innenstadt, würde zum Bankrott von Einzelhändlern, zum Ruin all ihrer Pläne im vereinten Deutschland führen! Auch deshalb müssen die Stadträte und die Stadtverwaltung diese tückischen Centerpläne sofort stoppen und dem Investor die Rote Karte zeigen! Nennt alle beim Namen, die unüberlegt für ein solch tückisches Center sind!

8.
Immer mehr großflächige Handelsketten entdecken jetzt auch die kleineren Städte für sich. Deshalb haben sich Bürgerinitiativen aus Bautzen, Hoyerswerda, Görlitz und Zittau zu einem Oberlausitzer Städtebund zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen diesen unsinnigen Ausverkauf ihrer Städte anzugehen.

Billigarchitektur verschandelt zunehmend das über Jahrhunderte gewachsene Stadtbild und verdrängt historische, sogar denkmalgeschützte Bausubstanz. Rücksichtsloser Abriss von Kulturerbe, um Platz für höchst primitive, höchst fragwürdige Center zu schaffen? Einkaufszentren sollen zur "Belebung“ der Innenstädte beitragen? In Wahrheit beginnt doch hier ein Handelskrieg der Großen gegen die Kleinen, um auch die letzte Kaufkraft der ländlichen Regionen rücksichtslos abzusaugen. Viele Händler leben heute schon von ergänzender Sozialhilfe, kämpfen ums Überleben, mit weit reichenden negativen Folgen für die Hauseigentümer, denn Mieteinbußen lassen die finanziellen Möglichkeiten für bauliche Erhaltungsmaßnahmen schrumpfen. Während bislang zu Ostern und Weihnachten manche Händler in Zittau noch einen existenzerhaltenden Umsatz machen konnten, drohen durch das Center sie ruinierende Sonderangebote zu Dumpingpreisen. Die Stadtverwaltung und die Stadträte müssen die heimischen Händler als Verbündete begreifen, als das letzte Aufgebot in einer jahrhundertelangen großartigen Reihe! Zittau war die REICHE auch wegen ihnen. Die heimischen Einzelhändler, Gastronomen, Bäcker und Fleischer verdienen Schutz, Hilfe und Anerkennung!!! Sie verdienen nicht Verunsicherung, oder die Untergrabung ihrer Existenz! In einer freiheitlichen Gesellschaft muss ihr Recht auf Eigentum geschützt werden! In einem Geschäft, welches mir schon viele Jahre gefällt, fragte ich einmal, ob schon einmal jemand von der Stadtverwaltung hier war und es ein Lob gab… Ach, wie traurig war die Antwort: „Nie!“

9.
In Zittaus Innenstadt stehen derzeit 90 Läden leer. Durch die Zusammenlegung kleinerer Läden, ähnlich wie es in Jelenia Gora (Hirschberg/Polen) praktiziert wurde, könnten ggf. benötigte Sortimente in entsprechendem Umfang durch heimische Händler angeboten werden. Vgl. Elektro-Richert auf der Inneren Weberstraße! Dadurch ist es möglich, auf das stadtbildschändende Center zu verzichten und die in 775 Jahren gewachsene historische Innenstadt von Zittau als stolzes Alleinstellungsmerkmal für unabhängige Stadtbürger zu bewahren, zu verteidigen! Also: Stopp für die Centerpläne! Lieber eine Kleinstadt-HEIMAT als Opfer des Größenwahns!
http://www.centergegner.de/item/7-oberlausitzer-staedtebund-gegen-einkaufszentren-in-der-innenstadt (8. April um 21:45 und 27.April 2013 um 1:36 Uhr)

10.
Ein solches Center mit der fünffachen Grundfläche des Salzhauses in einer der wertvollsten sächsischen historischen Innenstädte ist laut Landesamt für Denkmalpflege brachialer architektonischer Dilettantismus und eine Zumutung für alle vernünftig denkenden Menschen Deutschlands! Eine 14 Meter hohe Betonwand rechts neben dem grünen Garten links?

So ist es kein Wunder, wenn "Die Welt" das Vorhaben als skurril bezeichnete, als verschroben. Etwa fünfmal wurde in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) deutschlandweit die hochgradig verfehlten Abrisse alter Bausubstanz in Zittau kritisiert. Es muss abgesichert werden, dass die Zittauer Stadträte alle einschlägigen Zeitungstexte und Vorträge wichtiger Architekten und Architekturkritiker zur Verfügung bekommen.

Der Vortrag von Dr. Holger Pump-Uhlmann aus Braunschweig über die Wirkungen von Centern in Innenstädten wurde in Zittau und am 14. Mai 2013 auch in Bautzen gehalten. Der Referent ist u.a. durch seine Mitarbeit an einer Broschüre des Landes Nordrhein-Westfalen bekannt, welche den Städten helfen soll, die Center-Probleme besser zu verstehen und sinnvoll zu klären. Es ist erforderlich, dass die Zittauer Stadträte und die Stadtverwaltung diesen Vortrag hören und ggf. mit dem Referenten diskutieren.

11.
Gegen das Center stimmten am 27. März 2013 Herr Dipl.-Ing. Matthias Böhm (Grüne), Herr Dipl.-Ing. Jörg Gullus (CDU), Herr Thorsten Walkstein (Freie Wähler), Herr Jens Thöricht (Linke) und Herr Winfried Bruns (Linke), Enthaltung: Herr Horst Bäsler (FDP).

Offenbar sind es die Stadträte, welche besser als die anderen über die durch das Center drohenden absehbaren Gefahren informiert sind. Es ist Aufklärung darüber zu fordern, warum man wichtiges Informationsmaterial der Zittauer Bürgerinitiative "Eine bessere Mitte für Zittau“, welches durch Herrn Stadtrat Dipl.-Ing. Jörg Gullus im Rathaus übergeben wurde, nicht vor der wichtigen Abstimmung vom 27. März 2013 an die Stadträte austeilte! Die angekündigte "erweiterte Bürgerbeteiligung“ degeneriert so zu einer scheindemokratischen Alibi-Inszenierung! Ein System verkommt und ist nicht mehr hinreichend legitimiert, wenn ihm die Argumente ausgehen, es sich nicht mehr mit anderen Argumenten auseinandersetzt und wichtiges Informationsmaterial den gewählten städtischen Entscheidungsträgern illegal eigenmächtig vorenthält.

12.
Ich ging letztens mit zwei großartigen Zittau-Kennern gegen 21:45 Uhr durch die Zittauer Innenstadt. Welche Heimatliebe, welcher Reichtum an Erleben und Wissen! Da ist die faszinierende Erfahrung von Jahrzehnten! Zu jedem Haus, zu jedem Laden wussten sie etwas Interessantes zu erzählen. Solch eine Heimatstadt liefert man nicht an fremde Großinvestoren und Großfilialisten aus, denen es nur um maximalen Profit geht, denen das Schicksal gefährdeter Einzelhändler, 775 Jahre Zittauer Geschichte und die Zittauer Architekturtradition egal sind!

Hat jemand schon das Ascheweibl gesehn? Immer am Vorabend des 23. Juli, jenes durch die Bombardierung der Österreicher verursachten Brandtages von 1757, dem über dreiviertel der Stadt zum Opfer fielen, soll das Ascheweib wie ehedem fegend durch die Stadt eilen und alle Leichtfertigen mahnen: "Seid wachsam und hütet euch, dass das Unglück nicht noch einmal unerwartet über euch komme und euch ganz vernichte!“

Wer das Center baut, hat die Stadt versaut! Dieser rücksichtslose Investor ist nicht für Zittau geeignet. Er gehört nach Buxtehude oder Hamburg heimgeschickt!

13.
Im Herbst 2011 fragte ich bei einer Veranstaltung in Zittau Dipl.-Kaufmann Schiff von der AVW AG nach dem Finanzierungsmodell für das Center. Antwort kam keine.

Kürzlich erhielt ich hochinteressante Post: "Ob der Investor wirklich solvent genug ist, um das Projekt durchzuführen, wage ich zu bezweifeln. Folgende Links fand ich beim Surfen:

AVW IMMOBILIEN AG - Disclaimer Anleihe: AVW IMMOBILIEN AG
www.avw-ag.de
http://www.avw-ag.de/Anleihe.207.0.html
http://tools.morningstar.de/de/stockreport/default.aspx?tab=10&vw=is&SecurityToken=0P0000D6FH]3]0]E0EXG$XETR&Id=0P0000D6FH&ClientFund=0&CurrencyId=EUR

Insbesondere wenn man sich beim zweiten Link die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz des Unternehmens anguckt, kann man gar nicht glauben, dass die solche Projekte umsetzen. Dafür sammeln sie ja aktuell Geld mit Ihrer Anleihe ein (siehe ersten Link). 5,85 % per anno für eine vierjährige Anleihe ist schon nicht schlecht.

Vor einem Jahr lagen durchschnittliche Firmenanleihen bei einer Rendite von knapp drei Prozent (http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/bulle-baer/bulle-und-baer-firmenbonds-sind-nur-relativ-attraktiv/6189158.html). Für Anleger heißt dies, dass die Unternehmensanleihe bei AVW mit einigen Risiken behaftet ist. Mit den aktuell angestrebten 50 Millionen soll vermutlich das Zittauer Projekt finanziert werden. Ob sie das Geld zusammenbekommen, weiß ich nicht. Es wäre schön, wenn nicht.

AVW IMMOBILIEN AG - Disclaimer Anleihe: AVW IMMOBILIEN AG
www.avw-ag.de

Die Ausführungen auf den nachfolgenden Internetseiten stellen weder ein Angebot zum Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren der AVW Immobilien AG noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Erwerb von Wertpapieren dar und sind nicht in diesem Sinne auszulegen.“

Angesichts dieser Gegebenheiten ist vom Bundesministerium für Finanzen in Abstimmung mit der vom Bundesbauministerium berufenen Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz dringend nachzuprüfen, ja nachzurechnen, wie es um das Finanzierungsmodell der AVW AG steht, um rechtzeitig womöglichen Schaden für die Stadt Zittau und die Geldanleger abzuwenden. Insbesondere ist zu überprüfen, ob die vorgesehene Finanzierung überhaupt ausreicht, um die durch Gestaltungssatzung, Vereinbarungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege, Festsetzungen und die Vereinbarungen des zu erwartenden Durchführungsvertrages angestrebte "Qualität“ des geplanten Baus zu realisieren. Ein Schweizer Architekt hat das bei derzeit angegebenen 23 Millionen Baukosten nicht nur stark bezweifelt…, sondern als unmöglich angesehen!

14.
Vertreter von Bürgerinitiativen aus Bautzen, Zittau, Görlitz und Hoyerswerda trafen sich am 24. Oktober 2012 in Bautzen, um als "Oberlausitzer Städtebund“ gemeinsam gegen die unvernünftige und verantwortungslose Politik der betreffenden und miteinander konkurrierenden Stadtverwaltungen vorzugehen, völlig überdimensionierte Einkaufszentren in die Altstädte zu setzen. Für diese vermeintliche "Belebung der Innenstädte“ werden nicht nur der einheimische Einzelhandel und das historisch gewachsene Stadtbild schwerwiegend beeinträchtigt, sondern auch offen zugegeben, dass man sich gegenseitig die Kaufkraft abschöpfen will.

Diese insgesamt ruinöse, auf rein persönlichem und wirtschaftlichem Standortvorteil beruhende Politik ist mehr als kurzsichtig und gefährdet nicht nur nachhaltig die eigene Lebensbasis und Identität, sondern auch die der Gemeinden und kleineren Städte des unmittelbaren Umfeldes. Sogar die 30 km von Bautzen entfernte Lessingstadt Kamenz wehrt sich mit Berufung auf den Landesentwicklungsplan und die Regionalplanung gegen das in Bautzen unfern vom "Kornmarktcenter“ geplante unnötige "Lauencenter“, für das es keinerlei Sortimentsbeschränkung geben soll. Man sieht in Kamenz u.a. die eigene Wirtschaftsförderung, die Existenz der eigenen Händler und das eigene Stadtbild in Gefahr. (Anmerkung der Redaktion: Das Projekt "Lauencenter" ist inzwischen wegen dem Rückzug des Investors vom Tisch.)

Die Teilnehmer des Treffens stellten gemeinsam fest, dass es einerseits nicht nur erschreckend gemeinsame Parallelen im Ablauf der Planungsverfahren und einer viel zu späten Information der Bürger bzw. einer ungenügenden Bürgerbeteiligung gibt, sondern andererseits das massive Ausbluten einheimischer Potentiale zugunsten von fremden Großinvestoren zugelassen wird, was es unbedingt zu verhindern gilt. Im Sinne von „Regional denken - Städtisch handeln“ versteht sich das Regionalbündnis als parteiunabhängige Plattform zur Vernetzung vorhandener Potentiale und zur gemeinsamen Durchsetzung der frühzeitigen Bürgerbeteiligung bei stadtplanerischen Vorhaben.

<b>Bautzener Appell</b>

Deshalb wurden die besorgniserregenden Fakten zu einem "Bautzener Appell“ zusammengefasst, um regional und überregional vor der möglichen Katastrophe in Oberlausitzer Städten zu warnen und eine breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen:

"Seit etwa 20 Jahren drängen deutschlandweit großflächige Einkaufszentren aufgrund hoher Gewinnerwartung in innenstädtische Bereiche. Nun soll auch der historisch-verträumte Charme Oberlausitzer Innenstädte überdimensionierten Einkaufszentren, aufgrund von einseitigen und kurzfristig orientierten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen geopfert werden. Die Verantwortlichen von Bautzen, Zittau, Görlitz und Hoyerswerda wollen darüber die Innenstädte neu beleben, starke Wachstumsimpulse setzen, und erhoffen sich wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung und einen regionalen Standortvorteil gegenüber ihrem Umfeld.

Wir verurteilen diese leichtfertige und illusionäre Handlungsweise der Städte und mahnen einen verantwortlichen Umgang mit dem unverwechselbaren Stadtbild und den dazugehörigen einzigartigen Denkmalen an. Authentisch gewachsene Stadtstrukturen und die kleinteilige Handels- und Geschäftslandschaft in unserer Region haben nicht nur eine prägende und identitätsstiftende Funktion, sondern sind wichtige Vorausset-zungen für eine lebenswerte Umwelt. Diese ist nicht durch Wirtschaftlichkeit und moderne Technik allein bestimmt, sondern durch ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten in der Region, von öffentlichen und individuellen Plätzen, vom Vertrauen auf Bestandsschutz und dem Recht auf Privatsphäre. Unsere Oberlausitz, mit ihrer nahezu noch unbeschädigten historischen Häuserlandschaft, die von ihren Bewohnern geliebt und geschätzt, von Touristen aus aller Welt wegen ihrer Schönheit gern besucht wird, wurde 2011 zum wachstumsstärksten Ziel Sachsens ausgewiesen. Die florierende Tourismusbranche ist nicht nur ein schöner Nebeneffekt, sondern wird zukünftig in unserer eher landwirtschaftlich geprägten Region zu einem immer wichtiger werdenden Wirtschaftsfaktor für die weitere Gesamtentwicklung der Oberlausitz.

Daher müssen vorhandene Potentiale in diesem Sinn neu bewertet, langfristig und zielgerichtet zu einer breiten, qualitativ hochwertigen, regionalen Angebotspalette entwickelt werden. Bewahrung von kulturellem Erbe und sinnstiftende Denkmalpflege entspricht jedoch auch der Forderung nach Umweltschutz und Nachhaltigkeit, weil durch die Nutzung der bestehenden Bausubstanz eine zunehmende Flächenversiegelung verhindert wird. Aber neben der geplanten Verschandelung des historischen Flairs unserer Städte droht vor allem der wirtschaftlichen Binnenstruktur, besonders den kleineren Einzelhändlern und Hausbesitzern, der wirtschaftliche Ruin. Unsere Städte weisen seit Jahren großen Leerstand auf, und das nicht nur bei Ladengeschäften. Da der Verkaufsflächenindex in unserer Region mit durchschnittlich ca. 2,6 Quadratmeter jetzt schon weit über dem Bundesdurchschnitt von 1,5 Quadratmeter pro Einwohner liegt, in Bautzen aktuell sogar über 3,2 Quadratmeter, wirkt der derzeitig hohe Leerstand noch alarmierender und unterstreicht die Unsinnigkeit weiterer neuer Einkaufscenter. Seit den 90er Jahren ging die Kaufkraft bundesweit bis heute um 20 Prozent zurück, bis 2025 werden für die Oberlausitz weitere 19 Prozent Kaufkraftrückgang und ein Bevölkerungsrückgang von 58.000 prognostiziert.

Die demographische Entwicklung hat sich so weit zugespitzt, dass die bisherige Wirtschaftsweise nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Dem unverhältnismäßigen Konkurrenzdruck der großen Center mit ihrer vielfältigen und oft preiswerteren Angebotspalette konzentriert unter einem trockenen Dach, den längeren Öffnungszeiten und ausreichenden Parkplätzen, werden viele der einheimischen Einzelhändler nicht Stand halten, denn der Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Zusätzliche Steuereinnahmen sind in den ersten zehn Jahren durch die hohen Abschreibungen zu vernachlässigen, die Gewinne werden überwiegend ganz woanders versteuert. Der Mittelstand ist die Basis der Wirtschaft, er ist der Arbeitskräftefaktor Nummer eins und zugleich der kommunale Steuerzahler. Das darf nicht aufs Spiel gesetzt werden! Werden die neuen Center zur aktiven Sterbehilfe für noch weitere Geschäfte? Steht uns eine neue Verarmung unserer bis heute nahezu unbeschädigten und für Besucher so attraktiven Innenstädte mit besonderem historischem Flair bevor?

Wenn die unsinnigen Centerpläne nicht vereint gestoppt werden, sterben zuerst die mittelstän-dischen Einzelhandelsgeschäfte, nachfolgend die Hausbesitzer, die ihre Läden nicht mehr vermieten können, dann kränkelt der städtische Haushalt und dann bröckeln die Fassaden. An der globalen Umweltkrise wird deutlich, dass Probleme nicht mehr im Alleingang oder einzig über Steigerung von Wachstumsraten gelöst werden können. Dieses Denken ist illusionär und gefährdet unser aller Existenz. Deshalb mahnen wir dringend die Umsetzung des Landesent-wicklungsplanes 2012 an, in dessen Entwurfsfassung verankert ist: „Innenstadtbereiche und der vor 1949 bestehende Bestand sind zu stärken, Brachflächen zu renaturieren und zu rekultivieren. Zur Gewährleistung von Nachhaltigkeit bedarf es einer regional abgestimmten, d.h. einer gemeinsamen konzeptionellen Untersetzung und überregionalen Kooperation.“

Bürgerinitiative "LauenPark“ zur Rettung der Goschwitzstraße aus Bautzen
Bürgerinitiative "Bessere Mitte“ aus Zittau, Stadtforum Zittau
Stadtforum Görlitz e.V.
Bürgerinitiative "Initiative Kaufhaus“ aus Görlitz
Bürgerinitiative "Zoowiese“ Hoyerswerda
Verein der privaten Immobilienbesitzer "Haus und Grund“ aus Bautzen"

Es darf nicht sein, dass 25 im Jahre 2009 in Zittau mit 39,81% Wahlbeteiligung gewählte Stadträte mit meist unzureichenden Kenntnissen und Informationen zum geplanten Centerbau allein eine für Tausende Einwohner der Region und die Zukunft Zittaus so schwerwiegende Entscheidung treffen. Es wäre nicht nur asozial gegenüber vielen gefährdeten Zittauer Einzel-händlern, Gastronomen, Bäckern und Fleischern, sondern es wäre auch mangelnder Respekt vor in 775 Jahren gewachsenen stadträumlichen Qualitäten, mangelnder Respekt vor dem Vermächtnis von Karl Friedrich Schinkel und dem Zittauer Ehrenbürger Dr. Gottfried Kiesow sowie mangelnder Respekt vor der scharfen Kritik der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Vorhaben und mangelnder Respekt vor all jenen privaten Spendern, welche etwa fünf Millionen Euro für die Reparatur von Zittauer Denkmalen zur Verfügung stellten!

15.
Ich habe bei "Avazz“ eine international wirksame Petition gestartet, welche nur wenig Umfang haben durfte. Siehe: http://www.avaaz.org/de/petition/Stoppt_den_Ruin_der_775_Jahre_alten_Innenstadt_von_Zittau_durch_ein_riesiges_Einkaufszentrum/?fInpzeb&pv=0
"Zittau, im Dreiländereck zu Polen und Tschechien, besitzt eine der wertvollsten historischen Innenstädte von Sachsen mit 524 Denkmalen. Diese ist in großer Gefahr! Die AVW AG Hamburg plant einen riesigen Centerbau, welcher die Existenz vieler Händler, das Stadtbild, die Lebensqualität und die Gesundheit bedroht! Helfen Sie alle mit, das zu verhindern! Bitte unterschreiben Sie diese Petition! Es geht um die behutsame, nachhaltige Entwicklung der Stadt.“

Das ist die wertvolle Mitte von Zittau. Unser Markt muss auch künftig die Mitte von Zittau bleiben.
Es ist eine große Genugtuung zu erleben, welche Bürger sich für Zittaus förderliche Zukunft interessieren und dass etwa 814 Menschen die Petition bisher unterzeichnet haben, sogar Menschen aus Chile, Australien, Kanada, Finnland, Polen, Tschechien, der Schweiz, Indien und den USA, Professoren, Dr.-Ing., Doktoren, Adlige, Künstler und viele ernsthaft besorgte Menschen von überall, freilich die allermeisten aus Deutschland!
Mein voller Name wurde von Avaaz ausgeblendet. Das war nicht meine Absicht. Weshalb unterzeichneten die Menschen meine Petition? Auch weil ich nach einer vorgegebenen gewissen Empfehlung begründen und dafür werben konnte:

<b>Weshalb dies wichtig ist</b>
I
ch bin Vater dreier Kinder und habe jahrzehntelang als Lehrer für Kunst und Deutsch gearbeitet. Den Schülern brachte ich u.a. nahe, was mich an den Höhlen von Altamira und Lascaux begeisterte, den Bauten des antiken Ägypten, Griechenland und Rom, bis hin zum modernen Brasilia. Obwohl ich im Osten des geteilten Deutschland lebte und es da nicht im Lehrplan stand(!) ..., gehörte zur Romanik bei mir u.a. immer die Michaeliskirche im west-deutschen Hildesheim, zur Gotik der Kölner Dom und Chartres, zur Renaissance das Augsburger Rathaus von Elias Holl. Deutschland - einig Vaterland, friedlich, welch ein Glück!

Die überaus wertvolle, weltweit existierende Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit unserer in Jahrhunderten gebauten Dörfer und Städte muss als global schützenswerte Qualität von uns allen gemeinsam verteidigt werden, weil sie uns Heimat gibt! Die französische Philosophin Simone Weil erkannte: "Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und meist verkannte Bedürfnis der menschlichen Seele." Der Mensch bedürfe also der bewussten Teilhabe an einer Tradition, in die er durch Geburt, Ort, Beruf und Umwelt gestellt ist. Werden Häuser zu bloßen Schlafsilos, braucht man sich über Vandalismus nicht zu wundern!

Ermutigung muss sein! Ermutigen wir uns gegenseitig, all das Wertvolle von Menschen in Jahrtausenden Geschaffenen auf unserem Planeten zu bewahren, das wertvolle Große und das wertvolle Kleine, in einer grenzwertigen Zeit, da manche mit großen Bomben drohen, die alle schönen Dinge und alles Leben auf unserem Globus ruinieren können! Helft mir! Helfen wir uns! Ich helfe Euch!
Helft bitte alle mit, dass die im Dreiländereck zu Polen und Tschechien gelegene wertvolle 775 Jahre alte Zittauer Innenstadt nicht durch das Betonstahl-Geschwür eines geplanten riesigen Einkaufzentrums ruiniert wird! Beendet mit mir diesen Albtraum!

Nachdem Zittau (Oberlausitz) 1757 zu über dreiviertel durch eine üble Kanonade der doch eigentlich mit Sachsen verbundenen Österreicher in Schutt und Asche fiel, gab es eine großartige Spenden-Solidarität, zum Beispiel von Nürnberg und Augsburg. Kaiserin Maria Theresia spendete 50.000 Gulden. Bis 1837 bzw. 1845 dauerte es, bis man die Johanniskirche und das Rathaus wieder repariert hatte. Für die Pläne holte man den besten Architekten, den es damals in Deutschland gab, den genialen Karl Friedrich Schinkel! Nach einem Besuch der Johanniskirche schrieb er in einem Briefe 1838: "Die Ausführung ist so gelungen, daß ich bei meinem letzten Aufenhalte in Zittau eine wahrhafte Freude darüber empfand." Als ich einem Berliner Ehepaar sagte, wer das Rathaus plante, staunten sie: "Unser Schinkel?!"

Prof. Gottfried KIESOW, Ehrenbürger von acht deutschen Städten, ab 2005 von Zittau, ein Fachmann mit absolut einmaligem Lebenswerk und deutschlandweitem Überblick, erkannte die qualitative Besonderheit zweier noch weitgehend unverbauter, unverdorbener Städte in unserer Region, sagte deshalb: "Solange ich kriechen kann, werde ich Zittau und Görlitz helfen." Etwa fünf Millionen Euro Spenden half er über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zur Reparatur von Zittauer Denkmalen besorgen! Dazu veranstaltete er viele Führungen mit potentiellen Spendern durch die Stadt.

Respekt muss her vor Schinkel, Prof. Kiesow, den Geldspendern und vielen andern, die sich um diese jetzt 775 Jahre alte ehrwürdige Stadt verdient gemacht haben! Sonst müssten sich ja die Zittauer schämen!

Helft alle mit, auch die Deutschen in den USA, in Großbritannien, in der Schweiz, in Chile und Brasilien, helft mit, diesen üblen Center-Albtraum zu beenden! Wir stellen bloß schandbare Pläne! Verhindern wir die absehbare Schändung der historischen Innenstadt von Zittau mit ihren 524 Denkmalen durch einen üblen, riesigen Centerbau!

Meine Petition ist adressiert an:

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
Bundesminister Dr. Peter Ramsauer
Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Freistaat Sachsen
Staatsminister Markus Ulbig, Staatsministerium des Innern, Freistaat Sachsen
Investor AVW AG Hamburg
EUROPA NOSTRA

Man darf Petitionen bei "Avaaz“ nur als Einzelperson starten, nie als Gruppe. Das Sympathische an "Avaaz“ ist, dass sich diese Plattform für weltweiten Wandel einsetzt. So findet man da eine Petition für den Zugang zu Wasser als Menschenrecht ebenso, wie eine zur Rettung der Bienen oder bedrohter Elefanten, auch eine gegen Monsanto-Praktiken. Und das Schöne an "Avaaz“ ist u.a., dass es weltweit so viele Menschen gibt, die nicht gleichgültig sind, sondern bewundernswert hilfsbereit, sogar über Tausende Kilometer! Welch ein Glück für unseren in mancher Hinsicht gefährdeten blauen Planeten!

"Hoffnung ist, solange noch einer ist, der Hoffnung hat.“ Jurij Brezan
Auch Zittaus Innenstadt und die hier lebenden Menschen brauchen eine Zukunft mit Hoffnung, also ohne monströses Center, welches Zittaus Perspektiven ruiniert!! Also auch deshalb Rote Karte für den Investor AVW AG!

16.
Skandal beim Gestaltungsbeirat, der das Center in die Stadt "einpassen“ soll…

Schon am 4. Mai 2012 war die Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege zum Centerbau in Zittau fertig (2.282 Worte!). Doch bei der Sitzung des Gestaltungsbeirates am 30. Mai 2012, welche etwa 4 Std. 40 Minuten dauerte, wurde deren Text und die zwei A1 großen farbigen Fassaden-Entwürfe dessen Mitgliedern nicht gezeigt.

Kein einziger Entwurf war ausgehangen, kein Dia wurde projiziert, nicht mal eine Faustskizze wurde gezeigt, freilich kein Modell des Centers, geschweige eine Filmanimation...! Jegliche Anschauung fehlte! So stocherten dann alle Beiratsmitglieder höchst grotesk im Nebel herum! Quasi als Blinde stimmten sie über 15 Paragraphen der erforderlichen Gestaltungsordnung für das geplante Bauareal ab. Einem Mitglied des Gestaltungsbeirates war es dann doch irgendwann zu viel. Er beklagte, dass er Probleme habe, etwas zu formulieren, wenn man gar nichts vor sich habe.

Wieso braucht man für das Bauareal überhaupt eine besondere Gestaltungsordnung? Tonnen von Stahlbeton und Glas dürften sonst gar nicht verbaut werden! Also muss man die bisherige Gestaltungssatzung aushebeln. Schließlich gibt es in Zittaus Innenstadt 524 Denkmale! Jeder private Denkmalbesitzer muss vielerlei Auflagen beachten. Fenster sollen z.B. denkmalgerecht aus Holz sein, Sprossen sollen glasteilend sein. Keine "Sprossen in Aspik“, auch keine Schwindelsprossen, auf das Glas aufgesetzte Fenstersprossen, sind bei Denkmalen zulässig.

Logisch, dass der Investor gleich von "unrentierlichen Fassadenkosten" spricht, wenn ein womöglicher Architekturwettbewerb angesprochen wird und dass es zu "Haftungsrisiken" für die Stadt Zittau kommen und man nicht die "unternehmerische Freiheit" einschränken könne.

Ein Beispiel für den fragwürdigen Verlauf:
Im "§ 6 Dachformen, Dachgestaltung, Dachaufbauten“ gab es in Absatz 2 links die frühere Vorgabe vom Landesamt für Denkmalpflege: "Die Parkdeckoberfläche soll entsprechend der Dachlandschaft in ziegelrot oder anthrazit gestaltet werden.“ Einem Vertreter des Investors gefiel der Satz nicht. Man sähe eh auf dem "Parkdeck wesentlich Blech“ und man wünsche sich "betongrau“ (Dipl.-Ing Volker Becker). Herr Thiele, der Vorsitzende des Gestaltungsbeirats, ein ehemaliger Fleischermeister, äußerte, dass es ihm egal sei, ob die Fläche "rot ist oder grün oder blau“... Bei einer etwa fußballfeldgroßen Fläche im Stadtbild darf das nicht leichtfertig egal sein! Dennoch wurde der Satz (mit "ziegelrot oder anthrazit") gestrichen!

"§15 Straßenmöblierung“ geriet zur Sensation des Abends! Herr Milke hatte zu Absatz 2 einen Verbesserungsvorschlag eingereicht: "Rollsteige und Treppen, die ihren Antritt auf Straßen-/Gehsteigniveau haben, sind außerhalb der Straßenachsen (im verbleibenden Drittel) einzuordnen.“ Die Abstimmung erbrachte eine Mehrheit für diesen Vorschlag (5/-/3)! Architekt Desch konstatierte: "Das ist tödlich für das Fachmarktcenter! Wir bekommen keine Mieter!“ - "Das ist absolut tödlich!“, ergänzte einer, wohl Dipl.-Ing. Becker. Herr Desch: "Da sollte man lieber eine innere Mall machen.“ Dr. Harbarth: "Ich bin immer gegen das Rigorose! Die Abstimmung jetzt zeigt, dass wir mit dieser Lösung nicht einverstanden sind, weil diese Lösung die Albertstraße zerstört. Ich bin der Letzte, der das FMZ nicht haben will. Aber ich möchte ein schönes.“ Daraufhin sagte Herr Thiele, der Vorsitzende: "Wir sind jetzt an einem Punkt, wo ich nicht weiß, wie es weiter gehen soll.“

Der nun um Rat gefragte Stadt-Justiziar Schiermeyer bot zur Auswahl an:
a) Abstimmung zurücknehmen
b) neu abstimmen
c) nur als Empfehlung gelten lassen (Der Stadtrat brauche dem ja nicht zu folgen.)

Vorsitzender Thiele: "Können wir diesen Beschluss zurücknehmen? …, sonst sieht es für heute ganz traurig und trübe aus.“ Wer hat nun den Schwarzen Peter? Herr Thiele empfahl die Zurücknahme, veranlasste die Abstimmung dazu: 5 Personen für Zurücknahme (Thiele, Isensee, Harbarth, Risch, Bauer; 2 dagegen (Böhm, Thamm), 1x Enthaltung (Milke), also 5/1/2!

Schließlich wurde der ganze Paragraph 15 zurückgestellt, herausgelassen, eine Entscheidung vertagt: "Dass vielleicht der Planer die Möglichkeit hat, uns Lösungsmöglichkeiten vorzuschlagen.“
Solange abstimmen, bis es dem Investor passt?! Prof. Vaerst sah voraus, was auf ihn zugekommen wäre, machte da nicht mit, war "sich des rechten Weges wohl bewusst“.

Meine weitgehende Mitschrift der Veranstaltung ist auf der offiziellen Internetseite unserer Bürgerinitiative zu lesen, sehr hilfreich für das eigene Beurteilen.
http://www.buergerinitiative-zittau.de/index_htm_files/EKZ%20Beirat%2030.5.pdf

Ich betone, es wurde am 30.Mai 2012 ohne jegliche Anschauung und ohne Kenntnis der Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege als eines unbedingt einzubeziehenden Vertreters der öffentlichen Belange unter krasser Verletzung der Normen korrekten Verwaltungshandelns entschieden! Dieser Sachverhalt muss untersucht werden und dringend Konsequenzen haben!

Ein "Gestaltungsbeirat, der Stadt und Investor beraten soll, wie sich das Center optisch in die Stadt einpassen kann“? Allein schon dieser Ansatz offenbart den äußerst krassen architektonischen und politischen Dilettantismus der Zuständigen im Zittauer Rathaus! Dieses abzulehnende riesige Machwerk aus Beton, Stahl und Glas bliebe immer eine gigantische architektonische Missgeburt! Ein solch riesenhaftes Center in der historischen denkmal-geschützten Innenstadt von Zittau kann man nicht durch verlogenen äußerlichen Firlefanz denkmalgerecht zurechtstutzen, auch kein "berufener Gestaltungsbeirat“, von dessen Mitgliedern keiner eine spezielle Ausbildung im Städtebau hat!

Es wäre ein ungebrauchtes, schädliches, riesiges Geschwür aus Stahlbeton und Glas am Herzen der Stadt! Das vergessen manche, wenn man ihnen nur kleine, "hübsche“ bunte Bildchen zeigt. Ein Fachmann sagte mir, dass womöglich 90 % der Menschen nicht die erforderliche körperhaft-räumliche Vorstellungsfähigkeit besitzen, um sich eine bis zu 16,50 Meter oder sogar bis zu 17 Meter erlaubte hohe Baumasse auf der fünffachen Fläche des Salzhauses vorzustellen…

Architekt Michael Bräuer, der Vorsitzende der vom Bundesbauministerium berufenen Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz, hatte schon für über 200 ostdeutsche Städte agiert. Er war, aus Rostock anreisend, in Zittau und hatte darauf hingewiesen, dass ein solcher beabsichtigter Gestaltungsbeirat unbedingt mit externen Fachleuten besetzt werden müsse.
Auch Prof. Vaerst von der Hochschule Zittau hatte eindringlich davor gewarnt, den Gestaltungsbeirat für die äußerliche Gestaltung des Centers nur mit einheimischen Mitgliedern zu besetzen. Abhängigkeiten und womögliche Befangenheit ließen dann eh nur politische und keine fachlichen Entscheidungen erwarten. Deshalb lehnte Prof. Vaerst seine Mitarbeit in diesem "Gestaltungsbeirat“ von Anfang an ehrenwert und entschieden ab. Nichtsdestotrotz wurde der ohne externe Mitglieder berufene Gestaltungsbeirat für das geplante Center gelobt, auch vom Oberbürgermeister Voigt. Der Gestaltungsbeirat solle "der Stadt und dem Investor helfen, das Center in die Stadt einzupassen"…

Ja, das Subsidaritätsprinzip kann wertvoll sein, auch die plebiszitäre Demokratie. Wenn aber offenbar viele der 2009 mit 39,81 % Wahlbeteiligung gewählten Zittauer Stadträte mit der Center-Thematik überfordert sind, das nötige Fachwissen u. der Fleiß, es sich anzueignen, unzureichend sind, muss die kritisch wachsame Bürgerschaft gehört werden! Direkte Demokratie nennt man das! Herr Mappus weiß jetzt, was das ist…

Trotz mehrfacher Nachfragen bei Facebook hat Herr Thiele bis heute Tausenden uninformierten Zittauer Bürgern nicht erklärt, wer die Verantwortung für das Vorenthalten unerlässlicher Informationen am 30. Mai 2012 hatte...! Fakt ist: Für alle Entscheidungen des „Gestaltungsbeirates“ am 30. Mai 2012 gibt es keine hinreichende Legitimation! Es ist zu untersuchen, wer die Verantwortung für die Unterschlagung der Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege und die Vorenthaltung der seinerzeitigen beiden Fassadenentwürfe hatte! Es ist durch das Justizministerium Sachsens zu überprüfen, ob beteiligte Bauingenieure als befangen zu gelten haben, da sie Aufträge von der Stadtverwaltung erhielten und künftig erwarten.

Es ist eine beschämende Komödie, wenn am 10. Dezember 2012 im vom genialen Karl Friedrich Schinkel geplanten Zittauer Rathaus der ehemalige Fleischermeister Thiele als Vorsitzender des "Gestaltungsbeirats“ sagt, dass er die Gäste "im schönen Bürgersaal begrüßen“ möchte. Seine Beurteilung der geplanten Center-Fassaden: "Dahinter vermutet niemand, dass dort ein Fachmarktzentrum ist.“ Und zu Stadtrat Dipl.-Ing. Matthias Böhm bezüglich des fußallfeldgroßen Parkdecks: "Herr Böhm, Sie sind ja nicht der Größte. Da werden sie nicht auf das Dach guck´n können.“

17.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich wie folgt positioniert: "Die Stiftung spricht sich gegen dieses Projekt aus, gerade weil auch Prof. Kiesow es in dieser Form u. Dimension nicht gut geheißen hätte.“ Dies ist in der SZ vom 19. September 2012 nachzulesen. Damit ist der Argumentation der Leute, die sich darauf berufen, Prof. Kiesow hätte den Bau dieses Centers in Zittau gutgeheißen, der Boden entzogen worden. Mir ist es eine erbärmliche, niederträchtige Unterstellung, dass Prof. Kiesow ein solch übles Center-Monstrum gutgeheißen hätte!

Bei Sebastian Brant gibt es eine Dichtung, die heißt "Das Narrenschiff" (1494). Da ließ er 111 Narren unterwegs sein. Heute können wir bei Reinhard Mey ein Lied gleichen Titels finden - kein Kinderlied!

1513 schuf Albrecht Dürer eine Grafik mit dem Titel "Ritter, Tod und Teufel". Der geharnischte Ritter, auf stattlichem Pferde von rechts nach links reitend, wird von einem Hund begleitet. Trotz Ritter, Tod und Teufel zieht der Hund den Schwanz nicht ein.

Ich sah voriges Jahr bei einem intelligenten, körperlich behinderten Jungen ein Plakat an der Wand, wofür man diese Grafik nutzte und ich wusste sofort, dass da immer wieder welche nachkommen, die nicht durch Desinformation, Ablenkung, Suff, Pornos, versuchte Verführung zum Kaufen, allerlei Opiate, vom Suchen nach dem richtigen Wege abzubringen sind und Halt durch die geistigen Geschenke finden, welche für uns große Künstler schufen. Wie erbärmlich primitiv ist dagegen diese Center-Zumutung!

Da wagte ernstlich ein erwachsener, körperlich offenbar gesunder Mann im von Karl Friedrich Schinkel geplanten Rathaus als Begründung für den gigantischen Centerbau anzuführen, dass er am Sonnabend immer etwas länger schlafe und dann im Zentrum nichts mehr zum Essen zu kaufen bekäme... Für ein Linsengericht verkauft man nicht Zittau!

18.
Das Gutachten von Prof. Worbs zur Statik der im Gutachten des Landesamtes für Denk-malpflege als wertvollste Denkmale im vorgesehenen Bauareal bezeichneten Häuser Albertstraße 14 und 16 war den Stadträten bei der Abstimmung über die Billigung und Auslegung des Entwurfs zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan XXXIII "Fachmarktzentrum Neustadt“ Zittau am 27. März 2013 nicht bekannt. Deshalb ist diese Abstimmung zu annullieren, für ungültig zu erklären! Stadträte dürfen nicht über Sachverhalte abstimmen, wenn ihnen nicht alle zur Entscheidungsfindung notwendigen Unterlagen zur Verfügung gestellt worden sind.

19.
Die Auslegung des Entwurfs vom vorhabenbezogenen Bebauungsplan XXXIII "Fachmarktzentrum Neustadt“ Zittau vom 11. April bis 17. Mai 2013 zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses bedeutet eine unzumutbare Einschränkung der Einsichtsmöglichkeiten für die meisten Werktätigen, welche keinen Computer besitzen. Interessierte Bürger könnten an den einzig in Frage kommenden fünf Dienstagen jeweils nach Feierabend günstigenfalls eine Stunde, also von 17 bis 18 Uhr, die Unterlagen mit den über 100 Seiten durcharbeiten. In der geringen Zeit sich die erforderlichen vielen Notizen zu machen und eine umfassende Einwendung zu schreiben ist nicht zu schaffen. Die Meinungsbildung wird zudem dadurch arg eingeschränkt, dass die A1 großen Fassadenentwürfe für das Center nicht ausgestellt sind.

Völlig unzumutbar ist es, dass den Bürgern die wenigstens ungefähre Beurteilung des geplanten Baus nicht durch ein angemessen großes Modell des geplanten Centers ermöglicht wird, welches der Beurteilung der Proportionen halber auch Rathaus und Salzhaus zeigen muss, besser auch noch die Johanniskirche.

Da offensichtlich Träger öffentlicher Belange ihre Stellungnahmen nicht kurzfristig zu liefern imstande sind, muss die Auslegungszeit verlängert und ein farbiges Modell des geplanten Centerbaus als Anschauung für die Bürger beschafft werden, mit allen Einzelheiten wie abnehmbarem 72 Meter langen Glasdach, Rollsteigen, Treppen, Brücken, Pylonen, Beschriftungen, zwei rückwärts einparkenden 18 Meter langen Liefer-Lastzügen, etwa 150 PKW usw.

20.
Die für eine komplexe Betrachtung der Folgen eines Centerbaus unfähigen Centerbefürworter ruinieren ihren Ruf! Sie disqualifizieren sich für andere Aufgaben, machen sich jetzt schon lächerlich mit der Unterstützung für ein äußerst übles Vorhaben, die geplante primitiv-rücksichtslose Schändung der historischen Zittauer Innenstadt durch einen monströsen Centerbau, die geplante Schändung einer der wertvollsten historischen Innenstädte von ganz Sachsen! Hagen Klausch, unterstützt ausgerechnet als für die Innenstadt verantwortlicher Oberbrandmeister jene, welche die unbedingte, schnellstmögliche Reaktionszeit der Feuerwehr durch den deutschlandweit beispiellosen ruinierenden Verbau der Albertstraße planen, schreibt, die Feuerwehr hätte ja Schläuche...

Ob das die Hausbesitzer auf der westl. Centerseite beruhigt? Einen im 3. Stock, der auf die Feuerleiter wartet, weil unter ihm das Haus brennt? Ach so, da kann man ja noch mal zurücklaufen und das Sprungtuch holen? Zusätzlich blockierender Verkehr auf den anderen Straßen? 18 Meter lange Lastzüge im Weg? Sicher haften die Verantwortlichen alle später für womöglich eingetretene Schäden. Der Sachverhalt ist schnell durch einen Rechtsanwalt zu prüfen!

21.
Ist "alles gegessen“? Nein! Können wir gemeinsam das Center verhindern? Entscheidende Fragen! Von manchen absichtlich im Unklaren gelassen, um den Widerstand zu lähmen! Eine Bürgerin musste im Bürgersaal des Rathauses zweimal fragen, weil sie keine angemessene Antwort bekam.

Manche wollen auf Nebenschauplätze oder "Spielwiesen“ locken! Peinlich das Verhalten der hiesigen SZ-Kreiredaktion, wenn man z.B. Überschriften von Lesern sucht, die für das Center sprechen…und etliche hiesige Journalisten, die gegen das Center sind, nicht gegen das Center schreiben lässt!

Einzelklage, Sammelklage, Bürgerbegehren, kassierender Bürgerentscheid, Normenkontrollklage und Träger öffentlicher Belange können das Center verhindern! Vgl. Dr. Andreas Paust: „Bürgerbegehren und Bürgerentscheid“! „ (Vgl. IGB-Sonderdruck „Angriff auf Zittau“, S. 28-32!)

Die Stadträte beschlossen bei der Abwägung der Vorentwürfe... zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. XXXIII Fachmarktzentrum Neustadt am 19. Juli 2012, dass "es grundsätzlich jedem Bürger offen steht, gegen einen Bebauungsplan rechtlich vorzugehen.“ Zuvor fehlte jedoch eine dringend und zwingend erforderliche Rechtsmittelbelehrung der Zittauer Bevölkerung! So konnte es dazu kommen, dass folgende unbewiesene Aussage Bürger verunsicherte.

Es hieß, dass bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan ein Bürgerentscheid nicht mehr möglich sei. Das Thema ist jedoch in der Fachliteratur umstritten! Vgl. Rechtsanwalt Dr. Peter Durinke/Fiedler: "Zulässigkeit und Grenzen von Bürgerbegehren und Bürgerentscheid in der Bauleitplanung“! Dazu kommt, dass eben in der fraglichen Zeit, keinerlei Rechtsmittelbelehrung der Bürger erfolgte. Justiziar Schiermeyer äußerte sich seinerzeit im Herbst 2011 beispielsweise nur so, dass ja kein Barmherziger Samariter nach Zittau käme, man jetzt ruhig zustimmen könne, es gehe ja nur um den Start für die "erweiterte Bürgerbeteiligung“.

Hier sind klare Aussagen der Stadtverwaltung gegenüber den Bürgern erforderlich, auch die Zusage, eine Musterliste zur Einleitung eines Bürgerbegehrens fachgerecht zu prüfen, um spätere Komplikationen auszuschließen.
(Bezüglich der entsprechenden Pflicht siehe: Dr. Paust „Bürgerbegehren und Bürgerentscheid“!)

22.
Es ist dringend nötig, das Zittauer Center-Vorhaben komplex zu erfassen, also alle Aspekte zu berücksichtigen. Der sehr kritische Offene Brief der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 27. August 2012 an Oberbürgermeister Arnd Voigt müsste eigentlich viele ins Grübeln gebracht haben... Kaum einer jedoch weiß, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schon am 29. März 2012 wegen der Centerplanung einen ersten äußerst kritischen Brief an Oberbürgermeister Voigt geschrieben hatte.

Im Sonderstadtanzeiger vom 10. September 2012 schrieb also Oberbürgermeister Voigt gänzlich unwahr, die gesamte Bevölkerung und speziell die Zittauer Stadträte übelst irreführend, ja täuschend und deren womögliche Für-oder-Wider-Center-Entscheidung unzulässig beeinflussend: "Sie haben vielleicht von einem "offenen Brief" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gehört, in dem sich die Stiftung kritisch zu dem Vorhaben äußert. Das hat uns überrascht, weil sich die Stiftung in der Vergangenheit immer positiv zu den Plänen der Stadt geäußert hat, an der Albertstraße ein Einkaufszentrum zu errichten."

Und was stand im Brief der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom März 2012?

Dieser Brief ging also nicht verloren. Im April wurde geantwortet. Was stand in diesem Brief des Oberbürgermeisters Voigt? Man sollte erwarten, dass die kritische Post der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in der "Abwägung" der Bürgerkritiken und der Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange vom 19.7. 12 den Stadträten zur Kenntnis gegeben worden wäre, um ein ehrliches unzensiertes Rechtssetzungverfahren zu realisieren. Ein Zurückhalten von ungenehmen Stellungnahmen ist ein nicht akzeptabler Fall von Amtsmissbrauch! Da den Stadträten die Stellungnahme der Stiftung Denkmalschutz nicht vorgelegt wurde, konnten die Stadträte die Meinung eines der wichtigsten Bedenkenträger nicht in ihre Entscheidung einbeziehen und abwägen!

Jeder Stadtrat könnte allein wegen dieser Tatsache den Abwägungsbeschluss anfechten und dieser müsste wiederholt werden. Das wäre eine passende Situation für kriti-sche Stadträte, ohne Gesichtsverlust eine andere Entscheidung treffen zu können. Denn es ist offenkundig, dass diese Stellungnahme vorsätzlich unterschlagen und bis heute so getan wurde, als gebe es diese nicht. Die damit verbundene Manipulation der öffentlichen Meinung lässt sich nachträglich nicht reparieren! Was nun?

23.
Eine womögliche Auslieferung von Zittaus Innenstadt an fremde Center-Investoren durch geschichtlich wenig Gebildete und architektonisch kaum Interessierte nach 775 Jahren, wäre eine hochgradige Respektlosigkeit, ja Anmaßung, würde Zittau die Individualität, die Eigenart, die Einmaligkeit, die kostbare äußerst wertvolle Einzigartigkeit rauben! Als man den aus Polen stammenden bedeutenden USA-Globalstrategen Zbigniew Brzezinski fragte, was auf den streng geheimen Treffen der Bilderberg Group besprochen würde, soll er vor insgeheim laufender Kamera gesagt haben, man berate, wie man den Menschen ihre Identität raube, um sie dann desto besser ausbeuten zu können… Der polnisch-britische Soziologe Bauman definierte, dass jemand, der nicht mehr kaufen könne, "menschlicher Abfall“ sei… Das ist ein uns feindliches Menschenbild!

Es ist offensichtlich, dass durch die freiwillige oder erzwungene Aufgabe der Identität, der Aufgabe der äußerst kostbaren Einzigartigkeit, eine Einschränkung der Souveränität Zittaus, der teilweisen Abhängigkeit von Fremden droht und denen das Absaugen von Steuern und Kaufkraft überlässt. Also muss man sich wehren! Aus womöglichen Verträgen flüchten!

24.
Ostsachsens Mittelstand ist in Gefahr! In ganz Ostsachsen ist in bestimmten Städten ein Teil des Mittelstandes in Gefahr! Das müssen wir bloßstellen, uns ganz groß auf die Fahnen schreiben!

Die betroffenen Einzel-Händler, Vermieter von Geschäftshäusern, Hausbesitzer und heimatbewussten Bürger müssen sich über Stadtgrenzen, Parteien und Konfessionen hinweg verbünden und der Auslieferung der Städte an übermächtige fremde Center-Investoren solidarisch massiv entgegentreten! Rettet Eure Städte! Verkauft sie nicht an Fremde, verratet nicht eine in Jahrhunderten gewachsene Tradition! Verteidigt das Recht der Zittauer Einzelhändler auf Existenz und auf Eigentum!

Diese Einzelhändler sind das allerletzte Aufgebot in einer jahrhundertelangen Reihe! Sie haben immer für die Belebung der heimatlichen Städte gesorgt! Die Zittauer Stadtverwaltung muss das Existenzrecht der Einzelhändler und das wirtschaftliche Überleben ihrer Läden schützen! Darf keinerlei Gefährdung zulassen! Ein Center in der Innenstadt würde eine kannibalische Wirkung haben!

Wer unsere Städte an die Installateure von zusätzlichen riesigen, unnötigen Centern verkauft, verkauft sie an Großunternehmer und Großfilialisten, die, so wie früher die HO und Konsument, ihre Einnahmen wo ganz anders versteuern! In Zittau hat man schon "vorgesorgt"... Wenn ein ruinierter Laden zwei Jahre lang nicht wieder genutzt wurde, darf er nicht mehr revitalisiert werden... das muss zurück genommen werden!

Die städtischen Politiker und die Landespolitiker müssen schnell begreifen, dass durch die den Investoren zugebilligten Abschreibungen ihrer Investitionen für ungebrauchte Center über 10, 12, 15 oder gar 24 Jahre den Städten und dem Land viel Geld verloren geht, hiesigenorts keine gesicherten Steuereinnahmen verbleiben! Das wurde offenbar bislang gar nicht oder zu wenig bedacht! So konnte also zum Beispiel Oberbürgermeister Arnd Voigt bei der Stadtratssitzung am 27. März 2013 Stadtrat Dipl.-Ing. Jörg Gullus (CDU) nicht beantworten, wie sich die finanziellen Einkünfte der Stadt Zittau durch das Center gestalten werden. Als ich am 16. April 2013 erneut wegen der finanziellen Vorteile nachfragte, welche die Stadt Zittau durch das Center haben werde, konnte es Oberbürgermeister Voigt immer noch nicht beantworten. Und dies nach Jahren von allerlei anderen nebensächlichen Planungen, beispielsweise kosmetischer Details von Fassaden…

25.
Bei den "Festsetzungen im Bereich des Vorhaben- und Erschließungsplans“ in Bearbeitung durch das Ingenieurbüro Jester handelt es sich also nach dem Vorgesagten um verschwendete Zeit, um vergeudetes Geld! Wer will denn dann noch wissen, ob Hedera helix (Efeu) zur Bepflanzung von Kübeln auf dem Center-Parkdeck verwendet wird? Welcher Zittauer, noch dazu welcher Anwohner in der Nachbarschaft, kann denn ernstlich wollen, dass an der Südseite der Albertstraße ein Monstergebilde aus Stahlbeton hinkommt, übel hineingequetscht wird zwischen die Häuser der Franz-Könitzer- und der Reichenberger Straße? In dieses Dreieck gehören im Interesse der Lebensqualität begrünte Innenhöfe und Gärten! Schon erfolgte Vorplanungen liegen im Technischen Rathaus. Diese müssen weitergeführt werden!

26.
Heimatliche Kulturwerte verteidigen! Blick zu den heimatlichen Bergen, unter anderem zu Töpfer, Hochwald und Ameisenberg, ohne monströses stadtbildschändendes Center und Parkdeck! Die Häuser der Albertstraße 22 bis 6, noch ohne Parkdeck, ohne Abrisse und ohne üble Verbauung der Albertstraße! Nur das Haus Albertstraße 22 soll irgendwie "integriert“ werden, würde aber als akzentuiertes Eckhaus gewiss durch die Nachbarschaft des Centers in seiner Eigenart und Wirkung übel beeinträchtigt!

Die mit Steuergeld geförderte, total sanierte Albertstraße 20 mit preisgünstigem Wohnraum soll weg, soll geschreddert werden. Alles, einschließlich dessen, was rechts noch von der Albertstraße 6 zu sehen ist, will man abreißen. Von der Albertstraße 6 soll nur ein Stück Fassade auf der Reichenberger Straße und ein kleines Stück Fassade auf der Albertstraße bleiben, inklusive des ersten Fensters von rechts.

27.
Da Zittau in seiner Innenstadt eines der wertvollsten historischen Architektur-Ensembles von ganz Sachsen besitzt, muss die Südseite der Albertstraße in traditioneller Bauweise verteidigt, bewahrt, instandgesetzt und ergänzt werden!

Da ist der üble Plan vom Tisch, die Albertstraße 20 abzureißen, deren Bau einst mit Fördermitteln, also Steuermitteln der Bürger, gefördert wurde. Dem weiteren Verfall der Albertstraße 18 darf nicht weiter zugesehen werden! Dessen Dach muss auf der Rückseite mit langen Bauschrauben gestützt werden! Eingefallene Ziegelmauern kann man erneuern! Solche Häuser muss man Baugemeinschaften anbieten, zum Beisopiel zwei Familien.

28.
Auch das architektonisch und stadtgeschichtlich so wertvolle Bürgermeisterhaus Albertstraße 14 darf nicht ruiniert werden! Im Gutachten des Landesamtes für Denkmalpflege vom 4. Mai 2012 gilt es mit Nr. 16 als wertvollstes Denkmal im geplanten Bauareal!

Es ist zu prüfen, ob die um 1900 entwickelten Pläne zu einer Aufstockung der Fassade von Nr. 14 umsetzbar sind. 2008 schrieb Sebastian Lehnert wegen einer "dringlichen Investition“ seine Dipl.-Ingenieur-Arbeit an der Zittauer Hochschule zum Haus Albertstraße 14, betreut von Dipl.-Ing. Birgit Kaiser. Gutachter: Prof. Dr.-Ing. Slansky u. Dr.-Ing. Fichna. Lehnert berechnete bei Bauzustand von 2,7 für die komplette Sanierung 426.000 Euro. Mit seiner Studie sollte "eine dringliche Investition" vorbereitet werden?! Wieso kam es nicht dazu? Wer veranlasste die Studie?

29.
Wir brauchen ganz dringend schnell den tatkräftigen Einsatz der Fachleute für Zittau, zum Beispiel der Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz, berufen vom Bundesbauministerium. Der Vorsitzende Architekt Michael Bräuer ist schon für über 200 Städte im Osten als Berater tätig gewesen! Bundesminister Dr. Peter Ramsauer sollte sich rechtzeitig einschalten, ehe in Zittau Übles geschieht! Die Stadt muss dessen Hilfe erbitten! Architektur-Wettbewerb!

Elegantes, kunstvolles Detail einer Stuckdecke aus dem Rokoko in der Albertstraße 14, welche, wie gesagt, zusammen mit Nr. 16 vom Landesamt für Denkmalpflege am 4. Mai 2012 als eines der wertvollsten Denkmale im Bauareal bezeichnet wurde… Jetzt droht derAbriss des Denkmals, aller Stuckdecken und der Ruin der stattlichen gotischen Keller!

30.
Wie baut man ein solches Portal wie bei der Albertstraße 14? Welch eine Mühe, die großen Stücke aus dem Felsen zu schlagen, sorgsam zu transportieren und so gekonnt formschön zu bearbeiten! Wie müssen sich alle Beteiligten gefreut haben, als um 1760, also nach der Zerstörung des Hauses bei der Beschießung durch die Österreicher im Jahre 1757, der neue Türstock, das Oberlichtgitter und die stattliche Tür mitsamt den Beschlägen fertig waren! Ja, der Schmied luchste, was man zu seinem Gitter sagen würde, welches er mit symmetrischen gegenläufigen Voluten und handgeschmiedetem Blattwerk kunstvoll in den Torbogen einpasste.

Gurlitt schätzte es und meinte, es zeige noch reine Renaissance-Formen. Und nun kommen die Unbedachten und haben keinerlei Respekt vor solchen einmaligen, unwiederbringlichen heimatlichen Kulturwerten! Dabei hat das einstige Bürgermeisterhaus im Erdgeschoss großartige Kreuzgratgewölbe, gotische Keller, bis zu 2,50 Meter dicke Wände sowie Stuckdecken aus Barock und Rokoko. Es droht große Gefahr für dieses so stattliche Portal aus Waltersdorfer Sandstein an der Albertstraße 14, für das ganze Haus! Wegen des geplanten Centers droht der Abriss des Hauses! Und dieses so originale Portal droht aus allen Zusammenhängen gerissen, geplündert zu werden und in einem grotesken Eckgebäude mit Harakiri-Schlitz-Fenstern an der Ecke Neustadt/Alberstraße zu enden?

1543 ist ein Bierhof auf dem Grundstück belegt. Der privilegierte Besitzer war Georg Biele. 1718 war Bürgermeister Gottlob Christian Ullrich Besitzer. Gleichzeitig wohnen sein Schwiegersohn Dr. Joachim Günther und die Tochter im Haus, bezeichnet als Güntherin. Weil 1757 der Keller durch Brandschutt versperrt war, erstickten darin deren Tochter, Sohn und Schwiegertochter sowie elf Enkel und weitere Personen. Schwiegersohn Dr. Johann Ernst Hertzog kaufte das Anwesen für 4.000 Reichsthaler. Er leitete als Bürgermeister den Wiederaufbau der Stadt, der europaweit Interesse und Spendenzuwendung fand. Usw.

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Es war ein unhaltbarer, undemokratischer Zustand, dass man den mündigen Zittauer Bürgern die Bilder des Gutachtens von Prof. Josef Tomlow zum baulichen Zustand der vom Abriss bedrohten Gebäude lange vorenthielt. Die Stimme der Zittauer Bürger gilt bei allen Wahlen, auch bei den städtischen Wahlen von 2009, bei denen sich 39,81 % beteiligten. Also muss man ihnen auch zutrauen, die Bilder bezahlter Gutachten rechtzeitig eigenständig zu bewerten! Die Bilder kamen erst verspätet ins Internet, auf der Stadtseite im Zusammenhang mit der Auslegung des gebilligten Entwurfs vom Bebaungsplan XXXIII, also irgendwann nach dem 11. April 2013.! Schluss mit Ausreden, zum Beispiel man könne die Bilder nicht herausgeben, weil die Stimmung in Zittau schon so aufgeheizt wäre…!

Die Fotos der Dokumentation sind schlecht! Ein besser befähigter Fotograf muss mittels besserer Technik, mehr Geschick und besserer Ausleuchtung Fotos anfertigen, die den Standards einer solchen pflichtgemäß anzufertigenden Dokumentation zum baulichen Zustand von Gebäuden entspricht, deren Abriss man plant!

Im Zusammenhang mit dem diesjährigen "Tag des offenen Denkmals“, besser schon vorher, ist eine Ausstellung der Fotos zu organisieren! Motto: Lieber eine stimmige städtische Kleinstadt-Heimat, als des Größenwahns Opfer! Schöne Stuckdecke im vom Abriss bedrohten Bürgermeisterhaus Albertstraße 14.

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So schön kann es mitten in der Stadt Zittau sein! Das ist wohl der grünste und blühendste Garten im Dreieck zwischen Franz-Könitzer-Straße, Reichenberger Straße und Albertstraße. Jedenfalls erschien es mir so, als ich einmal den Garten von Orthopädie-Schuhmachermeister Suetovius sah. Da, wo kleine Kinder im Sandkasten spielen, will keiner unfern ein Parkdeck, täglich zusätzlich Tausende Autofahrten und giftige Abgase. Also: Center verhindern!

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Das Center würde durch seine extreme Masse, der im Vergleich zum Salzhaus fündmal größeren bebauten Fläche und auch seine Höhe von 16,50 bis gestatteten 17 Meter die in Jahrhunderten gewachsenen stadträumlichen Qualitäten in der Zittauer Innenstadt mit ihren 524 Denkmalen brutal ruinieren. Das muss verhindert werden! Höhe = Unterkante Schrift!

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Der unbedachte Umgang mit Häusern kann fremde Großunternehmer und Großfilialisten reicher und die Zittauer ärmer machen, finanziell und kulturell. Wegen des Centerbaus sollen von etlichen Häusern nur die Fassaden erhalten werden, gewissermaßen als Potemkinsche Fassaden, quasi zur Täuschung der Uninformierten, der Ratlosen, zur Beruhigung der Unsicheren, Konzessionsbereiten.

Beispiel: Reichenberger Straße 19 (Jeansladen, vorzeitig leergezogen, psychologische Abrissvorbereitung?) Laut Gutachten Prof. J.Tomlows: Altes Geschäftshaus, durch Umbau in der Gründerzeit modernisiert. Bemerkenswert gut erhaltene Fassade (Neorenaissance), erhaltenswert als Zeugnis einer sich erneuernden Stadtkultur. 4-stöckiger Neubau (Max Pflüger, 1899). 1910 erneut modernisiert. Vorher dreistöckiges Haus mit Satteldach (1780, Schlussstein hofseitig eingebaut, Initialen JGF). Kaufmann Johann Gottfried Friedrich war damals Besitzer. Stadtrat Karl Friedrich Becker, Ehrenbürger Zittaus, wohnte hier 1823-1863, also 40 Jahre. 1916-1930 Schuhhaus der jüdischen Familie Philipp Hann (31. Dezember 1943 nach Auschwitz) und Julie Hann (+ 23. November 1942 Theresienstadt). 1934-1938 wohnte der jüdische Prediger Leo Elend im zweiten Obergeschoss zur Miete beim jüdischen Kaufmann Eugen Foerder (Stolperstein im Gehsteig!). Vater und Tochter Foerder überlebten den Holocaust durch Emigration nach Australien. Stolperstein zur Erinnerung an den letzten jüdischen Zittauer Prediger Leo Elend vor der Reichenberger Straße 19 (*1896 - Freitod 1939)

Es muss nach Wegen gesucht werden, ein solches Haus zu erhalten, nicht nur die Fassade! Allein schon deshalb wäre es ratsam, dieses ungebrauchte, monströse Center nicht zu bauen! Soll denn ein Stolperstein vor der das Center kaschierenden Fassade darauf hinweisen, dass hier der 1938 im KZ Buchenwald inhaftierte jüdische Prediger Leo Elend im 2. Obergeschoss wohnte? Im Center?
Die Bürgerinitiative "Eine bessere Mitte für Zittau“ veranlasste am 18. Februar 2013 eine Petition an den M

Für neues Einkaufscenter Zittau

Von Leon Feuereisen am 09.09.2012 - 19:50Uhr
Nach denn Bericht des Sachsenspiegels frage ich mich, was das soll, in der Albertstraße und Reichenbergerstraße stehen einige Häuser seit Jahren leer und keiner macht was. Jjetzt, wenn mal ein Architekt kommt um die Stadt Zittau schöner zu machen, stellen sich die Leute quer und behaupten, dass die ganzen Häuser unter Schutz stehen. Jetzt frage ich mich, warum die denn nicht früher gekommen sind, warum jetzt?

Die Hälfte der Häuser stürzen fast ein, was will man daraus noch machen? Das Einkaufscenter würde perfekt ins Stadtbild passen und Altersheime haben wir viele.

Und in der Innenstadt kann man nix kaufen. entweder zu teuer oder es gibt nix. Das Einkaufscenter würde viel mehr Menschen anlocken, aber es müssten auch gute Läden in das Center kommen, die ein normaler Arbeiter bezahlen kann.

Unser Zittau stirbt fast aus, die ganzen Häuser stürzen fast ein, siehe Mandaukarserne, wenn man da nix macht, stürzt sie fast ein.

Ich hoffe, sie nehmen den Brief ernst und entscheiden sich richtig, nämlich für das Center!

Fachmarktzentrum

Von Klaus Pape am 08.09.2012 - 20:39Uhr
So langsam platzt mir der Kragen... Da stellt sich eine "Denkmalschützerin" aus der Ferne hin und maßt sich an, über die Belange von uns Zittauer Bürgern zu entscheiden. Wir sind mündige Menschen und haben noch Bedürfnisse. Wir wollen nicht in einer sterbenden Stadt wohnen, die von Leuten manipuliert wird, welche, als es noch Zeit war, unsere alte Bausubstanz zu retten,weit weg waren und sich einen Dreck um die vielen maroden Häuser kümmerten.

Viele Bewohner haben aus verschiedenen Gründen nicht mehr die Möglichkeit, die Stadt für Einkäufe in entfernten Geschäften zu verlassen. Nicht nur für diese Menschen sind sollche Möglichkeiten zu schaffen. Wir wohnen hier in keinem Museum, auch wenn diese Frau Wilcken das so möchte. Man sollte sich lieber um die vielen Ruinen, Amalien-, Brunnen-, Linden-, Böhmische-, Schul-, Innere Oybiner-, Innere Weber-, Post-, Zeichen- u.s.w. Straßen kümmern.

All die vielen Doktoren, Professoren und Honoratioren, die in dem Abspann des dogmatischen Schreibens aufgeführt sind, sollten sich mal ein Bild von dieser vernachlässigten Bausubstanz machen. Hier wollten einmal junge Zittauer ihr Leben verbringen. All zu viele sind seither auch durch diese sogenannten Denkmalschützer abgewandert,weil sie nicht den Willen oder die Kraft hatten, die Marotten solcher Leute zu akzeptieren. Denkmalschutz soll sein. Er sollte aber nicht zu Lasten der Bürger, die auch in einer modernen Stadt existieren wollen, gehen.

Reisebusse kommen mit vielen Touristen in unsere Region. Diese Gäste führt man dann an die schönen Stellen unseres Ortes. Ich frage mich, wo die fünf Millionen Fördergelder versickert sind, die angeblich in der Vergangenheit ausgeschüttet wurden. Unsere ausländischen Nachbarn machen auch, wie allseits bekannt, regen Gebrauch von den Einkaufsmöglichkeiten der Stadt. Sie bringen viel Geld in die Region und tragen somit auch zum Wohlstand unseres Gemeinwesens bei. Nochmal, wir leben hier in keinem abgeschirmten menschenleeren Museum, sondern in einer (noch bewohnten) schönen Stadt.

Denkmalschutz muss sein, soll aber nicht zur Qual für mündige Anwohner einer noch funktionierenden, lebesbejahenden Kommune werden. Wer kann es sich noch leisten, für viel Fahrgeld in entfernte Orte zu fahren, nur um mal ein eventuell ausgefallenes Produkt zu erwerben, was er ohne engstirnige sogenannte Denkmalschützer auch hier in einem modern eingepassten Einkaufszentrum, laufnah, erwerben kann. Ich bin froh, das es noch mutige Thieles und aufgeschlossene, lebensbejahende Mitbewohner in unserer Stadt gibt, die rückschrittlichen, die Region sterben lassenden Leuten Paroli bieten.

Der Tag der Eröffnug dieses überaus gelungenen Projektes wird für Zittau ein Neustart in eine hoffentlich weitergehende Modernisierung, auch unter Wahrung eines angemessenen Denkmalschutzes. Wir sind kein Tummelplatz für gestrige weitab lebende Archäologen, soweit ist es; Gott sei Dank, hier noch nicht, wenn diese Leute es auch gerne so hätten.

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  • Erstellt am 01.09.2012 - 11:18Uhr | Zuletzt geändert am 18.02.2022 - 11:33Uhr
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