Herwigsdorfer Tischler darf bauen - Schlappe für Landratsamt Görlitz
Herwigsdorf | Dresden. Tischler König will arbeiten und dazu sein Wohnhaus im Rosenbacher Ortsteil Herwigsdorf um einen Werkstattanbau und ein Vorhaus erweitern. "Nope!", sagt das Landratsamt Görlitz dazu - eine Tischlerei im allgemeinen Wohngebiet sei wegen der Lärmbelastung unzulässig. Die Landesdirektion hatte diese Begründung im Rahmen eines Widerspruchsverfahrens zu prüfen und handwerkerfreundlich entschieden.
Auflagen machen's möglich
Kurz gesagt: Die Landesdirektion Dresden hat das Landratsamt verpflichtet, die gewünschte Baugenehmigung bei gleichzeitiger Festlegung einer Reihe von lärmschützenden Auflagen zu erteilen. Die Werkstatt darf nur werktags zwischen 6 und 22 Uhr betrieben werden und geräuschintensive Arbeiten dürfen nur im Werkstattinneren bei geschlossenen Fenstern, Toren und Türen ausgeführt werden.
Bei einer Vor-Ort-Begehung war der Landesdirektion aufgefallen, dass das Wohnhaus der Königs sich in einem Dorfgebiet befindet. Und das ist gut für die Königs: Im Bauplanungsrecht wird als Dorfgebiet ein "ländliches Mischgebiet" bezeichnet, für das ein faktisches Nebeneinander von landwirtschaftlicher Nutzung, Wohnen und Gewerbe typisch ist. In so einem Gebiet sind Handwerksbetriebe zulässig, die der Versorgung der Bewohner des Gebietes dienen oder wenn die Betriebe ein nicht wesentlich störendes Gewerbe ausüben. Punkt.
Die Landesdirektion Dresden teilt mit: "Mit den festgelegten immissionsschutzrechtlichen Auflagen ist gewährleistet, dass das Ein-Mann-Tischlerunternehmen für die Umgebung verträglich eingebunden werden kann. Deshalb kann auch die Genehmigung der dafür geplanten Erweiterungsbauten der Tischlerei König erteilt werden."
Kommentar:
Gut so, liebe Landesdirektion Dresden!
Wohnen und arbeiten gehören zusammen und nicht getrennt in Wohn- und Gewerbegebiete. Das erzeugt nur unnötig Verkehr und Entfremdung.
Was mancher vordergründig als "Störung" empfinden könnte, ist in Wahrheit ein Stück Lebensqualität: Die Kinder, die auf dem Schulweg beim Schmied durchs Tor schauen oder eben beim Tischler einen kleinen Eindruck von der Arbeitswelt bekommen. Außerdem kann man den viel leichter anquatschen, damit er das Brett für das Seifenkistenauto sponsert.
Auf dem Dorf kann man richtig schön leben, und da soll auch so bleiben,
meint Ihr Fritz R. Stänker



-
Zittau plant flächendeckendes Glasfasernetz bis 2027
Zittau, 25. März 2025. Die Stadt Zittau und die OXG Glasfaser GmbH haben gestern eine gemeinsam...
-
Digitale Baugenehmigung startet in Zittau
Zittau, 3. Dezember 2024. Die untere Bauaufsichtsbehörde der Großen Kreisstadt Zittau bie...
-
Kuschelweich-Produktion in Zittau wird verdreifacht – fit GmbH investiert 25 Millionen Euro
Zittau, 26. September 2024. Die fit GmbH setzt mit der größten Einzelinvestition ihrer Un...
-
Sparkasse plant Zentralisierung von Fachabteilungen und reagiert damit auf weiter steigenden Kostendruck
Zittau, den 16. September 2024. Rund 200 Jahre nach ihrer Gründung plant die Sparkasse Oberlaus...
-
Neubau des DLR-Instituts in Zittau: Spatenstich, Unternehmerforum und DLR_Science_Day
Zittau, 28. Juni 2024. Am heutigen Freitag um 11 Uhr erfolgt der Spatenstich für den Neuba...
- Quelle: red | Fritz Rudolph Stänker
- Erstellt am 07.07.2012 - 19:30Uhr | Zuletzt geändert am 07.07.2012 - 19:30Uhr
Seite drucken