Keine Leute, keine Leute – oder doch?
Zittau, 24. November 2022. Von Thomas Beier. Der Fachkräftemangel, längst zum Schlagwort mutiert, ist – so es ihn denn überhaupt gibt – ein vielschichtiges Problem. Eines davon ist die deutsche Bescheinigungs- und Zertifizierungswut, ein anderes das Anspruchsdenken von Arbeitnehmern, das in Zeiten der bunt flackernden Ampel weiter ausgeprägt wird.
Unternehmen schröpfen, soziale Wohltaten verteilen?
Die Säulen des Wohlstandes – oft sind das die sich selbst ausbeutenden kleineren Unternehmen mit bis zu zehn oder zwanzig Angestellten – ächzen unter den Energiekosten und dem sprunghaft gestiegenen Mindestlohn, der das Lohngefüge insgesamt verteuert hat. Hinzu kommt die in diesem Bereich besonders schmerzhafte Steuerlast – um dann zusehen zu müssen, wie die mühsam gezahlten Steuergroschen großzügig verteilt werden, an vermeintlich Einkommensschwache und Organisationen, deren wohl einziger Daseinszweck das Abfassen von Fördermitteln ist.
So setzt etwa das neue Bürgerhartz den Hebel nicht an wirkungsvollen Punkten an. Die lägen darin, die oft völlig ineffizienten, dafür aber maßlos überteuerten Bildungsmaßnahmen abzuschaffen und gegen die verbreitete Schwarzarbeit unter Sozialleistungsbeziehern vorzugehen. Nein, das ist keine Pauschalverurteilung, aber ein bekanntes Phänomen bei jenen, die sich in der Sozialschnorrer-Szene ein wenig auskennen.
Arbeitslogik statt Versorgungsanspruch nötig
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die zuständigen Verwaltungen lieber den Deckel draufhalten als den Kehraus zu machen; etwa so, wie linksgerichtete Politiker ihre Klientel lieber pampern als in den Hintern zu treten. Was spricht eigentlich dagegen, jenen, die arbeitsfähig sind, Leistungen nur gegen gemeinnützige Arbeit – bitte nicht als ABM "Arbeit bis Mittag" – auszuzahlen? Arbeitslogik statt Versorgungsanspruch ist die Devise und Struktur in den Tag zu bringen, statt den Müßiggang voranzutreiben, das muss ein soziales Anliegen sein.Kulturpass: eine Einladung zum Schwarzhandel
Rund eine dreiviertel Million Bundesbürger soll im Jahr 2023 aus Steuergeldern 200 Euro geschenkt bekommen, die dann in Kinos, Schallplattenläden, für Konzerte, Museums-, Theater- und Kabarettbesuche und in Buchhandlungen ausgegeben werden dürfen. Davon abgesehen, dass wohl kaum ein Steuerzahler die Absicht hat, einem wildfremden 18-Jährigen 200 Euro für kulturelle Zwecke in die Hand zu drücken, dürfte der Schwarzmarkt aufblühen: Konzertticket auf Kulturpass gekauft und für den anderthalbfachen Preis weitervertickt.Generation Z: kein Sud für Fachkräfte
Generation Z, das sind die Geburtsjahrgänge von ungefähr 1997 bis 2012. Als gut gebildet, gesundheits- und umweltbewusst wird diese Generation beschrieben. Doch für die Arbeitswelt ist sie kaum geeignet: Übervorsorgliche Eltern haben dieser Generation jedes Problem abgenommen, statt Leistung steht Freizeit im Mittelpunkt. Da werden dann Freizeittermine über betriebliche Erfordernisse gestellt: Pünktlicher Feierabend um jeden Preis, weil der Yoga-Kurs wartet, beklagt ein Hamburger Unternehmer.Arbeitgeber in der Klemme
Für Unternehmen ergibt sich das Problem, dass Mitarbeiter, die Arbeit und Erfolg durch Leistung als Teil ihres Lebens verstehen, zur Mangelware geworden sind. Arbeitgeber können sich an diese neue Kultur der Mitarbeiter anpassen, was aber vor allem den kleineren Unternehmen, die auf Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft bauen müssen, nicht gelingen dürfte. Oder sie müssen sich verstärkt dem Wettbewerb um die besten Mitarbeiter stellen.Der erste Schritt in diese Richtung ist, mit der Fachkräftesuche die Zielgruppe überhaupt zu erreichen. Zwar gibt es unterschiedlichste Initiativen und Angebote wie Jobportale, Jobmessen, Jobbörsen, Job-Speed-Datings und mehr, doch wie viele potentielle Bewerber aus der angestrebten Zielgruppe findet man hier wirklich? Außerdem erreicht man damit kaum die passiven Bewerber, also jene, die erst dann auf die Idee einer Bewerbung kommen, wenn sie von einem Jobangebot erfahren haben – und zwar ohne vorherige eigene aktive Suche.
Soziale Netzwerke nutzen
Einen möglichen Zugang zu geeigneten Bewerbern können die sozialen, besser gesagt gesellschaftlichen Netzwerke des Internets eröffnen. Allerdings sind die Erfahrungen mit den auf berufliche Kontakte ausgerichteten Netzwerken durchwachsen: Sie dienen oft dem Schaulaufen potentiell wechselwilliger Kandidaten, denen die Gefahr des Jobhoppings anhaftet wie der Sekundenkleber der Letzten Generation.An dieser Stelle setzt das Facebook Recruiting an. Hintergedanke ist die schiere Masse der Facebook-Nutzer, die per Facebook Ads passgenau erreicht werden kann. Hinzu kommt das kostenfreie Facebook Jobs, das die Kontaktaufnahme erleichtert. Informationen zum Facebook Recruiting zusammengefasst hat die SMG Personal GmbH aus Hamburg. Im Grunde geht es darum, mit überschaubarem Budget möglichst viele erfolgversprechende Bewerberkontakte zu gewinnen.
Personalsuche als Daueraufgabe
Arbeitgeber kommen nicht umhin, sich in ihrer Branche oder Region als einer der ersten Ansprechpartner in Sachen attraktiver Job zu positionieren. Dazu gehört es, in den Netzwerken des Internets sichtbar und im Gespräch zu sein. In konkreten Bedarfsfällen kann es als hilfreich erweisen, Kampagnen mit externer Hilfe zu realisieren.


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- Quelle: Thomas Beier | Fotomontage: geralt / Gerd Altmann, Pixabay License
- Erstellt am 24.11.2022 - 17:48Uhr | Zuletzt geändert am 24.11.2022 - 18:42Uhr
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