Arbeitsplatzsuche in der Oberlausitz: Wie erfolgversprechend ist eine Bewerbung?
Zittau, 9. Januar 2021. "Sie können sich einen neuen Job suchen!" – Worte, die auf ein eher unangenehmes Ende eines Arbeitsverhältnisses hindeuten. Was die Ursache auch sein mag: Für die allermeisten Arbeitnehmer bedeutet die Arbeitsplatzsuche den Beginn einer nicht gerade motivierenden, eher zermürbenden Phase. Auch wenn der Arbeitsmarkt in Ostsachsen besser dasteht als noch vor Jahren, kann die Suche nach einem neuen Arbeitgeber sehr belastend werden.
Zu wenig Wertschätzung für Bewerber
Was anderenorts üblich ist, gilt offenbar nicht für das sächsische Ostelbien, etwa der Versand einer Eingangsbestätigung, nachdem eine Bewerbung eingegangen ist: "Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Unternehmen und ihre Bewerbung! Wir werden uns binnen 14 Tagen bei Ihnen melden!" Es geht doch nicht, dass Unternehmen und andere Arbeitgeber, die auf der Suche nach Fachleuten sind und sogar dafür einige Anstrengungen unternehmen, andererseits Bewerbern kaum Wertschätzung entgegenbringen!
Lieber wird pauschal abgewimmelt: "Melden Sie sich in einem Jahr noch einmal!" oder "Wir kommen auf jeden Fall auf Sie zu!" – was natürlich nur eine rhetorische Floskel und keineswegs wirkliche Absicht ist. Wer sich aktiv bewirbt, fühlt sich schnell in einen Topf geworfen mit jenen, die sich nur formal bewerben, aber keineswegs die Absicht haben, einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben.
Das macht mürbe und viele Bewerber fühlen sich wie der Frosch im Glas, der immer wieder an die Wand springt und und doch nur abrutscht. Kommt es doch einmal zu einem Vorstellungsgespräch, so wird dieses oft genug nur wie nach Checkliste geführt, ohne die Potentiale des Bewerbers auszuloten, und gerade Älteren wird schnell der Eindruck vermittelt, sie hätten gar keine Chance mehr auf eine angemessene Beschäftigung. Besonders bei einer Betriebsschließung haben Arbeitnehmer jenseits der 50 Angst vorm sozialen Absturz.
Bewerbungsverfahren
Wer sich auf eine ausgeschriebene Stelle bewirbt, findet sich in aller Regel unter einer Vielzahl von Mitbewerbern wieder. Logisch, dass dann die Wahrscheinlichkeit hoch ist, eben nicht der perfekt passende künftige Arbeitnehmer zu sein. Hingegen ist die Chance, mit einer Initiativbewerbung Erfolg zu haben, ungefähr so groß, wie die berühmte Nähnadel im Heuhaufen zu finden.Für den Markersdorfer Unternehmensberater Thomas Beier hat die zweifellos nötige Flexibilisierung der Arbeitswelt eine Schattenseite, die er “Verjobbung” nennt: "Das gegenseitig respektvolle Arbeitsverhältnis wird degradiert zum Job, also mal irgend etwas für bestimmte oder unbestimmte Zeit ohne Aussicht auf Langfristigkeit gegen letztendlich unbefriedigende Bezahlung zu tun." Tatsächlich ist ein Job als eher zufällige und kurzzeitige Erwerbsarbeit ohne besonderen Qualifikationsnachweis definiert.
Klar ist damit: Begibt sich jemand auf "Jobsuche", verfolgt er oder sie keine herausfordernden beruflichen Ziele. Allerdings wird der Job-Begriff oft gedankenlos verwendet, denkt man etwa an im Grunde abwertende Bezeichnungen für Arbeitsverhältnisse wie Jobcenter, Job-Speed-Dating oder Jobbörse. Sogar bei der Jobvermittlung mit der DEKRA ist der Job-Begriff unangemessen, wendet man sich hier doch neben den personalorientierten Serviceleistungen für Unternehmen ausdrücklich unter anderem auch an Hochschulabsolventen und erfahrene Arbeitnehmer, die den nächsten Karriereschritt vollziehen wollen.
Fazit
Für Arbeitnehmer auf der Suche nach einem neuen Arbeitsvertrag bedeutet der Arbeitsmarkt, wie er sich aktuell mit den oft erlebten Verhaltensweisen auf der Arbeitgeberseite darstellt, dass persönliche Initiative womöglich weniger zählt als ein leistungsfähiger Arbeitsvermittler, bei höher Qualifizierten auch Head Hunter, Kopfjäger, genannt.


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- Quelle: red | Foto: loufre / Louis, Pixabay License
- Erstellt am 09.01.2021 - 17:20Uhr | Zuletzt geändert am 09.01.2021 - 20:53Uhr
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