Der professionelle Webauftritt des Unternehmens
Zittau, 25. November 2020. Von Thomas Beier. "Und eine Webseite brauche ich dann auch noch, das machen Sie mir doch?" – Welcher Anbieter im Internetbereich kennt diese Frage nicht? Zugleich ist das ein kritischer Punkt: Noch immer betrachten viele Unternehmer ihren Webauftritt eher als Beiwerk ihres Unternehmens, das nicht mehr kosten soll als unbedingt nötig – was man dem Webauftritt dann auch ansieht. Bei anderen wiederum spielt eine gewisse Eitelkeit eine Rolle. Das fällt auf, wenn selbst nach Jahrzehnten noch die Vorgeschichte der Gründung und der Mut des Gründers im Mittelpunkt des Webauftritts stehen. Ob das für einen potentiellen Kunden wirklich so interessant ist? Wohl eher selten.
Webseiteneigentümer sollten auch auf die Software im Hintergrund achten
Immer wieder finden sich solche Webauftritte, die von der Handschrift von IT-Freaks geprägt sind, aber an den Interessen möglicher Kunden weit vorbeischrammen.
Recht oft haben sich – um nur ein einfaches Beispiel zu nennen – auf den Webseiten von Einzelhändlern mit Ladengeschäft die meistgesuchten Angaben, wenn überhaupt vorhanden, sehr gut versteckt. Dazu gehört beispielsweise die Anschrift, die sich unter Umständen auch in langatmigen Anreisebeschreibungen – Wer braucht die eigentlich im Navi-Zeitalter? – nicht finden lässt. Mit etwas Glück hilft dann das Impressum weiter.
Ein ebenso wunder Punkt sind die Öffnungszeiten, die bei etlichen offenbar möglichst geheim gehalten werden sollen. Und als sich in der Coronakrise die Zeiten, in denen die Ladentür nicht abgeschlossen ist, bei manchem Händler änderten, war das auf den Webseiten vieler nicht vermerkt. Wozu dann überhaupt der Webauftritt?
Vorüberlegungen zum Webauftritt
Deshalb gilt es bei der Planung eines Internetauftritts zuallererst dessen Zweck und die mit ihm verbundenen Ziele herauszukristallisieren.Typische Anliegen sind beispielsweise:
- eine bestehende Stammkundschaft stets aktuell zu informieren, etwa über Angebote
- von Interessenten gefunden werden, denen man bislang unbekannt war, um sie als Kunden oder Weiterempfehler zu gewinnen – hier geht es vor allem um die Suchmaschinenoptimierung (SEO) einer Webseite
- Lieferanten oder Absatzmittler finden
- Feedback einholen, etwa zu neuen Angeboten oder um mit positiven Aussagen Vertrauen aufzubauen
- einen Online-Vertriebsweg, also einen eigenen Webshop oder den Auftritt auf einer anderen Verkaufsplattform, zu stärken
- im Internet existent sein, um auf anderen Wegen gefundenen neuen Ansprechpartnern Sicherheit und allgemeine Informationen zu geben
Überlegt werden muss ebenfalls, wie aufwendig Grafik und Programmierung sein müssen. Die konkrete Ausprägung hängt neben Inhalt und Zweck des Webauftritts sehr stark von den jeweiligen Zielgruppen ab: Das Alter, Vorurteile und Vorlieben, die kulturelle Ausrichtung und das Einkommen gehören hier zu den wesentlichen Einflussfaktoren.
Während in anderen Bereichen Unternehmen immer mehr auf individuelle Software setzen, geht der Trend bei Webauftritten hin zu immer stärker standardisierten Systemen. Bei deren Auswahl will jedoch einiges beachtet werden.
Inhalte selber ändern?
Eine oft unberücksichtigte Frage ist, ob der Webseiteninhaber selbständig Inhalte ändern kann, etwa Texte oder Bilder. Gute Webagenturen mögen das oftmals nicht: Der Webseiteneigentümer ist ja nicht zwangsläufig Marketingexperte und sie scheuen die Gefahr, dass ausgetüftelte Texte oder mit viel Aufwand erstellte Bilder gegen Elemente in schlechterer Qualität ausgetauscht werden. Andererseits sind Webseiteneigentümer gut beraten, bestimmte Änderungen ad hoc selbst ausführen zu können.Je weniger ein Webseiteneigentümer, der selbst Änderungen vornehmen möchte, in der Webseitenprogrammierung versiert ist, umso mehr kommt es auf die Software an, mit der die Webseite erstellt wird. Hier kommen Content Management Systeme (CMS) zum Einsatz – Systeme, mit denen die Inhalte einer Webseite verwaltet werden. In einem CMS werden nicht wie in der Frühzeit des World Wide Web ausführbare Programmcodes und am Bildschirm anzuzeigende Elemente wild gemixt, sondern in den allermeisten Fällen fein säuberlich getrennt: Anzuzeigende Elemente wie Texte und Bilder werden in Datenbanken gespeichert, während in sogenannten Templates die Anordnung auf der Webseite definiert wird.
Das bringt ganz nebenbei den Vorteil mit sich, dass bei einer grundlegenden Erneuerung des Webauftritts die Daten aus den Datenbanken wiederverwendet werden können.
Ein CMS auswählen
Der springende Punkt ist nun, welches CMS im konkreten Einzelfall zur Anwendung gelangen soll. Es gibt weit verbreitete Systeme wie etwa WordPress oder das schon schwierigere TYPO3, sehr bekannt sind auch Drupal und Joomla. Andere Systeme sind hingegen etwa auf Schnelligkeit optimiert oder für den zeitgleichen Zugang für mehrere Redakteure, die sich um Inhalte kümmern.Aus Anwendersicht ist in aller Regel interessant, ob ein CMS intuitiv bedienbar ist, außerdem natürlich der Preis, denn neben kostenfrei verfügbaren Open Source Systemen gibt es auch gebührenpflichtige. Für wohl alle CMS gibt es Erweiterungsmodule, die ebenfalls kostenlos oder kostenpflichtig sein können.
Welches CMS ist nun zu bevorzugen? Nicht unbedingt das, auf das sich ein bestimmter Programmierer spezialisiert hat und deshalb für eine zu erstellende Webseite nutzen möchte. Wer das beste Content Management System für einen Webauftritt herausfinden möchte, kommt nicht umhin, die wichtigsten Eigenheiten zu vergleichen. Nicht vergessen werden sollte dabei ein Blick auf den Support und die Sicherheit des Systems. Ist ein Webauftritt direkt umsatzrelevant, etwa ein Online Shop, dann sollte er besonders gut gegen Hacker geschützt sein und bei technischen Problemen äußerst schnell wieder lauffähig sein. Bei der Auswahl des CMS sind sicherlich Ansprechpartner zu bevorzugen, die nicht nur auf ein oder zwei Systeme fixiert sind, sondern einen gewissen Marktüberblick haben.



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- Quelle: red | Foto: Firmbee / English, Pixabay License
- Erstellt am 25.11.2020 - 14:37Uhr | Zuletzt geändert am 25.11.2020 - 16:18Uhr
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