O schönste aller Frauen
Zittau | Haindorf (Hejnice), 14. Oktober 2008. Der Zittauer Geschichtsschreiber Christoph Manlius überlieferte in der Renaissancezeit die Legende, dass das damals weit berühmte Gnadenbild von Haindorf (Hejnice) bei Friedland ursprünglich aus Zittau stammte. Ein armer Siebmacher aus den Wäldern am Fuß des Isergebirges soll 1159 die Darstellung für einen Groschen erworben haben, nachdem er unter einer Linde eingeschlafen war und ihm ein heller Lichtschein und Engel erschienen waren. Sie forderten ihn auf, mit einem Bild der Maria wiederzukommen, wofür die krank liegende Frau und das Kind des Siebmachers geheilt würden. Er stellte das Zittauer Marienbild in die Linde und bald wurde sein Gebet erhört, das Versprechen eingelöst. Frau und Kind wurden gesund. Haindorf wurde zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte Nordböhmens und zum Pilgerort, den auch die Zittauer Bevölkerung und diejenige der Oberlausitzer Städte Löbau, Bautzen, Lauban und Görlitz oft aufsuchten.
Zittauer Madonna kehrt als Kopie an ihren Herkunftsort zurück
Die heute in Haindorf verehrte, nur 37,5 cm hohe gotische Figur ist nicht so alt. Sie stammt aus dem späten 14. Jahrhundert und zeigt die lächelnde Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Ob sie in Zittau gefertigt wurde, kann nicht bewiesen werden. Durch die Legende ist sie aber trotzdem mit Zittau verbunden. In Erinnerung daran und aus persönlicher Freundschaft zu Zittau schenkte P. Dr. Miloš Raban den Städtischen Museen eine Kopie des Gnadenbildes. Museumsdirektor Marius Winzeler empfing dieses Geschenk am 10. Oktober 2008 vor dem gotischen Altar über den Resten der alten Linde in Haindorf.
Die nach Zittau gelangte Marienfigur ist eine Vorbotin der Ausstellung „O schönste aller Frauen. Lausitzer Madonnen zwischen Mystik und Reformation“, die am 29. November 2008 eröffnet wird und in den gotischen Räumen des Franziskanerklosters die schönsten Darstellungen der Gottesmutter aus der ganzen Oberlausitz vereint.
O schönste aller Frauen – Lausitzer Madonnen zwischen Mystik und Reformation
Eine Ausstellung der Städtischen Museen Zittau in Zusammenarbeit mit der Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Johannis und der kath. Pfarrei Mariä Heimsuchung in Zittau, den Zisterzienserinnen-Abteien St. Marienstern und St. Marienthal, der kath. Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Wittichenau, dem Kulturhistorischen Museum Görlitz, dem Museum Bautzen und dem Stadtmuseum Meißen
Hingehen!
29. November 2008 bis 29. März 2009
Di. bis So. geöffnet von 10 bis 17 Uhr, Mo. geschlossen
Die barocke Wallfahrtskirche in Haindorf/Hejnice:
Die wunderbar gelegene barocke Wallfahrtskirche, eine Station an der Via Sacra, deren umfassende Restaurierung sich gerade dem Ende nähert, ist heute das Herz des „Internationalen Zentrums der geistlichen Erneuerung“. Dabei handelt es sich um eine Tagungs- und Begegnungsstätte, die in den letzten Jahren in den barocken Gebäuden des ehemaligen Franziskanerklosters eingerichtet wurde und den Ort neu belebt.



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- Quelle: /red
- Erstellt am 14.10.2008 - 23:25Uhr | Zuletzt geändert am 22.01.2022 - 16:48Uhr
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