Uraufführung: Tragikomödie zum Mauerfall im Theater Zittau
Zittau, 3. November 2014. 25 Jahre ist der Mauerfall her. Dem Jubiläum hat sich der Lausitzer Autor Oliver Bukowski, weder verwandt noch verschwägert mit seinem Namensvetter Charles, dafür bekannt durch seinen Lausitzer-Mundart-Hardcore-Schwank "Londn-L.Ä.-Lübbenau", dem Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau ein ganz eigenes Stück geschrieben.
Glücksschock, oder was?
Die Story: Thomas gehört zu denen, die mit den Folgen der Friedlichen Revolution nicht so gut umgehen können. Er hat sich durchaus gemüht, Fuß zu fassen, damals in den 90er Jahren - aber auf dem gesamtdeutschen Arbeitsmarkt ist er nie angekommen. Seine vielen Geschäftsideen, von Gebrauchtwagenhandel über Öko-Hof bis Streichelzoo, scheiterten allesamt.
25 Jahre später hält er verzweifelt an seinem kleinen Hof in der ostdeutschen Provinz fest, aber wie lange noch? Tochter Paula ist es, die nach dem letzten Strohhalm greift: Eine Schwitzhütte soll finanzstarke Westdeutsche anlocken, die sich hier beim schamanischen Ritual innerlich wie äußerlich reinigen sollen. Bloß: Thomas und Paula haben nicht die leiseste, genauer gesagt überhaupt keine Ahnung von indianischen Riten. Sio muss alles anders kommen als geplant...
Einen "Glücksschock" hat gleich zu Beginn des Stückes eine Mutter aus dem Osten bei ihrem ersten Einkauf im übervollen westdeutschen Laden. Ihre Tochter kommt zu dem Schluss: "Glück is ooch anners".
Zuschauer beteiligt
Das Gerhart Hauptmann-Theater hatte sein Publikum gebeten, Geschichten und Meinungen über die Zeit des Untergangs der "DDR" und der Wiedervereinigung einzusenden. Die Einsendungen berichteten von Kittelschürze, Ata und Sprelacart, von Pfeffi, Goldkrone und Rosenthaler Kadarka, oft vom Erleben der Reisefreiheit, vom Begrüßungsgeld, übervollen Läden und Wegwerfgesellschaft. Einige der Einsendungen flossen in Bukowskis Stück ein.
Regisseurs Meinung
Regie führt Christian Papke (Foto im Anhang). Der 1974 in der Schweiz geborene Deutsche ist auch in Brasilien und Österreich aufgewachsen und auch jetzt die meiste Zeit des Jahres auf Reisen. Er inszeniert Schauspiel und Oper in Deutschland, Österreich und Ost- und Südosteuropa.
Seine Arbeit an "Indianer" beschreibt er als Suche nach den Wurzeln, den eigenen, aber auch nach dem, was den Deutschen als Volk so ausmacht: "Wir unternehmen einen oft lustvollen Rückblick, auch als Kartographie, in der aber Verklärung nichts verloren hat, Vergangenes aufgearbeitet gehört und auch mal vorbei sein darf. Die Kunst ist doch, nicht nur 25 Jahre lang durch ein Land gegangen zu sein, sondern sich dabei auch ein bisschen nach vorne bewegt zu haben. Und 'nach vorne' heißt für mich, Grenzen überwinden zu lernen".
Vorgespräch vor jeder Vorstellung
Das war Publikumswunsch: Vor jeder Vortellung - immer eine Viertelstunde vor Beginn - gibt es ein Vorgespräch zu Stück und Autor, für das Dramaturgin Kerstin Slawek auf der Empore über dem Foyer kostenlos zur Verfügung steht.
Uraufführung und - logisch - Premiere!
Freitag, 7. Oktober 2014, 19.30 Uhr,
Theater Zittau.
"Indianer"
Tragikomödie von Oliver Bukowski
In Zittau dann auch noch:
- Sonntag, 9. November 2014, 15 Uhr.
Anschließend eine Feierveranstaltung zum Mauerfall mit Gespräch, Lesung, Filmvorführung und Musik in Oberlausitzer Mundart, im ganzen Theater. - Mittwoch, 12. November 2014, 19.30 Uhr.
Studententag. - Freitag, 14. November 2014, 19.30 Uhr
- Sonnabend, 29. November 2014, 19.30 Uhr.
- Sonnabend, 21. März 2015, 19:30 Uhr.
Görlitz-Premiere. - Sonntag, 22. März 2015, 15 Uhr.
Mit Kinderbetreuung. - Sonnabend, 28. März 2015, 19.30 Uhr.
Studententag. - Freitag, 3. April 2015, 19.30 Uhr.
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- Quelle: red | Fotos: Pawel Sosnowski
- Erstellt am 03.11.2014 - 18:25Uhr | Zuletzt geändert am 03.11.2014 - 19:13Uhr
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Im Theater Görlitz:
Besetzung hinter und vor dem Vorhang:
Regie: Christian Papke
Ausstattung: Sabine Born
Dramaturgie: Kerstin Slawek
Thomas: Thomas Werrlich
Paula, seine Tochter: Paula Schrötter
Katja: Katja Schreier
Stephan: Stephan Bestier
Maria: Maria Weber


