Neue und bewährte Maßnahmen gegen zunehmend leeres Stadtzentrum
Zittau, 17. Oktober 2023. Die Innenstadt von Zittau erwartet ihre Gäste mit einer Fülle von einzigartigen kleinen Fachgeschäften, die zum gemütlichen Schlendern und Einkaufen in einem historischen Ambiente einladen. Hier findet man ein breites Sortiment, das von topaktueller Mode bis hin zu Literatur, Schmuck und zahlreichen Accessoires reicht. Das Stadtbild von Zittau zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Sortimentsvielfalt und eine Vielzahl von inhabergeführten Fachgeschäften aus. Diese Situation wird sowohl von der Wirtschaftsförderung als auch durch Rückmeldungen der Besucher positiv bewertet. Dies wird auch durch das Einzelhandelskonzept aus dem Jahr 2017 unterstützt. Dazu gehören als Ziele der Schutz des Zentrums vor der Abwanderung wichtiger Handelsketten und Einkaufsmagneten sowie die Aufrechterhaltung der Nahversorgung mit Lebensmitteln. Allerdings war und ist es nach wie vor schwierig, neue und insbesondere größere Handels-Unternehmen in die Innenstadt zu ziehen.
Auch kleine Ideen sind ein wichtiger Beitrag
Foto: apparat12.de
Die Herausforderungen bei neuen Entwicklungskonzepten

Noch gut vermietet sind die Ladenräume rund um den Markt
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Darum kann sich Zittau nach wie vor nicht auf den bisherigen – wenn auch oft kleinen – Erfolgen ausruhen. Der Online-Handel nimmt zu, die Bevölkerungszahl sinkt, was sich negativ auf die Kaufkraft auswirkt, und die Nachfolgeplanung für viele Ladeninhaber gestaltet sich als Herausforderung. Die Schließung des Edeka-Marktes an der Dresdener Straße im September 2022 und der Pfennigpfeiffer-Filiale an der Löbauer Straße Anfang 2023 haben zu intensiven Diskussionen über die Zukunft der Innenstadt und ihrer angrenzenden Gebiete geführt. Als Reaktion auf diese Diskussionen hat die Stadt beschlossen, das bestehende Konzept und die Bebauungspläne einer umfassenden Überarbeitung zu unterziehen.
Der Auslöser für diese Maßnahmen war unter anderem ein juristischer Konflikt zwischen der Stadtverwaltung und Edeka bezüglich der Verlegung einer Supermarktfiliale von der Dresdener Straße zur Äußeren Weberstraße. Die Stadt hatte diesen Umzug verhindert, woraufhin Edeka mit der Begründung, der Bebauungsplan – und somit das gesamte Konzept – sei zu vage und daher unbedeutend, Klage erhob. Im Januar 2023 entschied ein Verwaltungsgericht zugunsten der Handelskette. Infolgedessen hat die Stadt den Bebauungsplan überarbeitet.
Früher gestattete das Konzept zentrumsrelevante Sortimente auch außerhalb der Innenstadt, sofern die Verkaufsfläche "ortsüblich" war und nicht überschritten wurde. Diese Regelung wurde präzisiert und auf eine maximale Fläche von 100 Quadratmetern festgelegt, um zu verhindern, dass Supermärkte immer weiter ins grüne Umland ziehen. Eine mögliche Alternative zur Sicherung der Grundversorgung mit Lebensmitteln könnte die Aufstellung von Warenautomaten an gezielt ausgesuchten Standorten sein. Diese würden das Gesamtangebot erweitern und rund um die Uhr Lebensmittel sowie andere Produkte für Einwohner und Touristen bereitstellen, wie beispielsweise Snacks, Getränke und Erzeugnisse von regionalen Produzenten zur Direktvermarktung.
Initiativen zur Stärkung der Innenstadt und Förderung von Ideen
Um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern und eine stärkere Kundenbindung zu fördern, gibt der Verein "Zittau - lebendige Stadt" seit dem Jahr 2006 Gutscheine für Einkäufe oder Restaurantbesuche aus. Seitdem erfreut sich diese Aktion kontinuierlich wachsender Beliebtheit. Der jährliche Umsatz aus dem Gutscheinverkauf liegt mittlerweile im sechsstelligen Bereich. Die Gutscheine sind in der Innenstadt erhältlich z. B. im Zentrum „Naturpark Zittauer Gebirge“ am Markt 9, im Reformhaus Paul an der Frauenstraße 10, im Teehaus am Johannisturm an der Inneren Weberstraße 6 und im SZ-Treffpunkt an der Neustadt 18.
Zur Förderung von Ideen zur Belebung und Verschönerung des Stadtzentrums stellt Zittau bis 2025 außerdem jährlich 15.000 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag steht für kreative Ideen und Projekte von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmerinnen und Unternehmern, Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Vereinen zur Verfügung und wird aus einem eigens dafür eingerichteten Fonds finanziert, der die Umsetzung unterstützt. Ziele dieser Initiative sind die nachhaltige Erhaltung des barocken Stadtkerns, die Reduzierung von Leerstand und die Anpassung an die Herausforderungen des Klimawandels.
Der Fonds ist Teil des Projekts "Gesundes Stadtklima" und wird zu 45 Prozent aus Mitteln des Bundesprogramms "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" finanziert. Weitere fünf Prozent steuert die Stadt selbst bei, während die andere Hälfte von den Initiatoren aufgebracht werden muss. Über die Mittelverwendung und Umsetzung entscheidet ein Gremium aus Vertretern des Stadtrates, der Verwaltung und Privatpersonen. Anträge sind bei der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft einzureichen und sollten mindestens zwei Monate vor geplanter Umsetzung vorliegen.



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- Erstellt am 17.10.2023 - 14:26Uhr | Zuletzt geändert am 17.10.2023 - 18:42Uhr
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