Zittau gegen Kriminalität

Bild zu Zittau gegen KriminalitätZittau, 8. Februar 2021. Gelegentlich stößt man auf Abkürzungen, bei denen es sich als Gnade erweist, wenn man den Englischunterricht möglichst oft geschwänzt hat. Ein solches Wortgebilde ergibt sich zumindest teilweise, wenn "Allianz Sichere Sächsische Kommunen" auf ASSKomm verkürzt wird. Aber schließlich geht es ja um Inhalte.

Abb.: Polizeipräsident Weißbach und Oberbürgermeister Zenker
Foto: Kai Grebasch
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Koordinierungsstelle für künftigen Kommunalen Präventionsrat entsteht

Am 5. Februar 2021 haben Thomas Zenler als Oberbürgermeister der Stadt Zittau, Polizeipräsident Manfred Weißbach als der Leiter der Polizeidirektion Görlitz und der Geschäftsführer des Landespräventionsrates Sachsen Sven Forkert eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben, die in den Bereich der Landesstrategie Allianz Sichere Sächsische Kommunen, also ASSKomm, fällt. "Die Zusammenarbeit zielt auf den intensiveren Ausbau kommunalpräventiver Strukturen zur Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung ab. Kriminalität soll durch geeignete vorbeugende Maßnahmen schon im Entstehen verhindert bzw. deren Folgen gemindert werden", wurde mitgeteilt – ein Satz, den man nur zitieren kann und der dennoch verleitet, über das objektive Sicherheitsgefühl nachzudenken.

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller zeigt sich begeistert: "Zittau verfolgt die Strategie, Kriminalität durch zielgerichtete Prävention vorzubeugen. Das freut mich sehr, denn: Prävention wirkt! So schafft man mehr Sicherheit in der Region. ASSKomm unterstützt und berät die lokalen Akteure frühzeitig dabei, Handlungsfelder zu identifizieren und gemeinsam auszuloten, welcher Lösungsweg die besten Ergebnisse verspricht." Für Oberbürgermeister Zenker ist die Vereinbarung als Basis für einen Kommunaken Präventionsrat wichtig: "Vorbeugen ist besser als heilen, Wir müssen agieren, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. – Sprichwörtliche Wendungen zur Tatsache, dass es besser ist, unangenehme und schlechte Dinge zu verhindern bevor sie überhaupt geschehen, gibt es viele. Und das hat seinen Grund. In allen Bereichen unseres Lebens ist es hilfreich, weitsichtig zu sein und möglichst selten negativ überrascht zu werden. Unter diesen Vorzeichen ist auch der nun für Zittau entstehende Kommunale Präventionsrat zu verstehen. Hier sollen Problemlagen diskutiert und Lösungswege gefunden werden, noch bevor es zu Schäden durch kriminelle Aktivität kommen kann. Ich freue mich sehr, nun auch in Zittau ein gemeinsames Forum für alle an unserer Ordnung und Sicherheit arbeitenden Institutionen zu haben." Polizeipräsident Weißbach sieht ebenfalls den Vorsorgeaspekt im Mittelpunkt: "Bei der Kriminalitätsbekämpfung ist es wie in der Medizin: Vorbeugen ist besser als heilen. Wenn wir als Polizei gerufen werden, ist vorher schon viel schiefgelaufen. Deshalb freue ich mich, nun auch Zittau in unserem Präventionsnetzwerk ASSKomm begrüßen zu können. Probleme sollten am besten dort angepackt werden, wo sie entstehen – vor Ort. Die Polizeidirektion Görlitz wird der Stadt Zittau auch bei der kommunalen Präventionsarbeit als verlässlicher Partner zur Seite stehen."

In Zittau soll als erster Schritt eine Koordinierungsstelle für einen künftigen Kommunalen Präventionsrat (KPR) eingerichtet werden. Der KPR soll alle Akteure der kommunalen Prävention aus der Stadtverwaltung, der Polizei und weiteren Trägern, etwa Vereinen aus dem Bereich der Jugend- oder Seniorenarbeit, in einem Gremium bündeln und vernetzen. Außedem will die Stadt Zittau Unterstützung durch einen Coach und die Durchführung einer Sicherheitsanalyse beim Landspräventionsrat beantragen.

In Sachsen setzen immer mehr Städte und Gemeinden bei ihren Sicherheitskonzepten auf die Kommunale Prävention. Unter dem Dach der Anfang 2019 gegründeten ASSKomm hat der Landespräventionsrat Sachsen inzwischen bereits 102 Kommunen zu Fragen von Prävention und Sicherheit beraten. In 19 Kommunen hat sich zudem ein Kommunaler Präventionsrat konstituiert oder ist reaktiviert worden. Beteiligt sind sowohl kleinere Kommunen wie etwa Belgershain, Parthenstein oder Schirgiswalde-Kirschau als auch Großstädte wie Zwickau, Chemnitz oder Leipzig.

ASSKomm bietet neben Beratung auch Aus- und Fortbildung, so etwa das bundesweit einmalige Studium Präventionsmanagement (B.A./M.A. berufsbegleitend) und die Förderung von kommunaler Prävention an.

Mehr:
www.asskomm.sachsen.de

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  • Quelle: red | Foto: Kai Grebasch
  • Erstellt am 09.02.2021 - 12:36Uhr | Zuletzt geändert am 09.02.2021 - 13:02Uhr
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