Sanierung bedeutet mehr als bauliche Instandsetzung
Zittau, 19. Januar 2021. Die Oberlausitzer Städte hatten es in der jüngeren Vergangenheit und haben es noch heute gewiss nicht einfach: Erst das Ausbluten in den Neunzigerjahren, als viele Erwerbswillige wegzogen, dann der Eigenheim-Bauboom, von dem vielerorts die Speckgürtel profitierten. Der oftmals heruntergekommene Baubestand – oft Jahrhunderte alt oder aus der Gründerzeit stammend – fand erst nach und nach Interessenten, insofern sich die Häuser nicht als sogenannte Renditeobjekte vermarkten ließen.
Langfristige Aspekte des Wohnens nicht vergessen

Heute sind viele von jenen, die einst wegen der Arbeit wegzogen, in der alten Heimat teils händeringend auf der Suche nach Baugrundstücken oder Häusern, weil sie das Rentenalter in vertrauter Umgebung und Mentalität genießen möchten oder endlich wieder einen Arbeitsplatz in der Region Zittau gefunden haben. Und das ist so unwahrscheinlich nicht: Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung und die Fördermittel für den Strukturwandel weg von der Braunkohle sollten die Wirtschaft – trotz aller Probleme – weiter voranbringen.
Schaut man sich aktuell auf dem Immobilienmarkt nach Kaufobjekten um, so ist die gesamte Bandbreite dessen, was sie Oberlausitz zu bieten hat, zu erleben. Eher für jüngere Leute kommt wohl ein unsaniertes, aber romantisches Fachwerkhaus für weniger als 14.000 Euro mit knapp 500 Quadratmetern Grundstück und Garage infrage, das augenscheinlich bis vor kurzem bewohnt war. Am anderen Ende der Skala findet sich eine 30-Zimmer-Jugendstilvilla auf einem fast 10.000 Quadratmeter großem parkähnlichen Grundstück für deutlich weniger als 600.000 Euro – ebenfalls ein Schnäppchen.
Kinder kommen – und gehen
Wer eine Immobilie anschafft, ob nun als Neubau oder aus dem Bestand, sollte einiges Bedenken, was etwa über die notwendige Haustechnik, die Möblierung oder überhaupt die emotionale Komponente hinausgeht. Gemeint sind eher langfristige Überlegungen. Wer etwa als junge Familie mit Kindern ein Haus einrichtet sollte überlegen, wie es sein wird, wenn die Kinder flügge werden und ausziehen. Das ist der Lauf der Welt und es gibt wohl keine Eltern, die auf Jahrzehnte hinaus "Hotel Mama" spielen wollen.Andererseits ist nach dem Auszug der Kinder die Wohnfläche oftmals viel zu groß. Aber verkaufen und ausziehen, nur um sich zu verkleinern? Schließlich ist ein Haus ja auch ein Stück Lebenswerk! Deshalb ist schlau, wer das oder die Kinderzimmer gleich als vermietbare Einliegerwohnung mit separatem Außeneingang konzipiert. So haben die Kinder, so lange sie noch zu Hause wohnen – wie übrigens auch die Eltern – ihre eigene Welt und später können die Räume, wenn gewollt, als Einliegerwohnung oder Gästezimmer vermietet werden.
Gleich ans Alter denken
Eine weiterer Aspekt ist es, das Haus von Anfang an barrierefrei zu gestalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der jetzigen Bewohner oder einer der nächsten Generation irgendwann mit dem Rollator unterwegs ist oder gar im Rollstuhl sitzt ist höher, als mancher wahrhaben möchte. Der Verzicht auf Türschwellen und ein möglichst großes Bad mit flacher Duschwanne sollte heute spätestens dann Standard sein, wenn man sich auf eine Sanierung einlässt. Treppen sollten geometrisch – vor allem ausreichend breit – so angelegt sein, dass man jederzeit einen Treppenlift nachrüsten kann. Auch sollte die Haustür von außen möglichst absolut barrierefrei erreichbar sein.Region Zittau als Tipp
Wer damit leben kann, dass Zittau im zugegeben etwas abgelegenen Südostwinkel Ostdeutschlands – von Westen kommend rund 100 Kilometer hinter Dresden – liegt, kann andererseits hier eine spannende Region entdecken, deren Herz das sächsisch-polnisch-tschechische Dreiländereck ist. Bis in die Metropole Reichenberg (Liberec) ist es ein Katzensprung, nach Prag (Praha) sind es reichlich 130 Kilometer und bis Breslau (Wrocław) dreht sich der Tacho keine 200 Kilometer weiter. Vom alpinen Skisport im Riesengebirge bis zum Segelspaß im Lausitzer Seenland, die Kulturlandschaft Oberlausitz-Niederschlesien lockt nicht nur mit bekannten und verborgenen Kleinoden, sondern vor allem mit engagierten Menschen, die die hier noch gegebenen Freiräume nutzen.


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- Quelle: TEB | Fotos: © BeierMedia.de
- Erstellt am 19.01.2021 - 16:03Uhr | Zuletzt geändert am 20.12.2021 - 22:56Uhr
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