Zittau deine Brücken

Bild zu Zittau deine Brücken

Zittau, 25. Februar 2023. Es ist noch gar nicht so lange her, dass die einzigartige Prinz-Friedrich-August-Brücke an der Südstraße in Zittau wiedereröffnet wurde. Wir nehmen dies zum Anlass um auf die Zittauer Brücken über die Mandau zu schauen und deren Eigenheiten zu beleuchten.

Positionen der Zittauer Brücken über die Mandau

Abb.: Openstreetmap & Zittauer Anzeiger

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Ein Überblick über die Zittauer Mandau-Brücken

König-Albert-Brücke


Bild einer Karte mit der Position der König-Albert-Brücke in Zittau
Die älteste Mandau-Querung in Zittau ist die König-Albert-Brücke, denn schon 1509 wurde an dieser Stelle ein Übergang erwähnt. Die heutige Brücke hat ihren Namen vom sächsischen König, der zum Zeitpunkt der Entstehung Ende des 19.Jahrhunderts im Amt war. In den Jahren 2013/14 wurde das Bauwerk denkmalgerecht saniert. Die Kosten betrügen zirka 3,2 Millionen Euro.


Goldbachstraßen-Brücke


Bild einer Karte mit der Position der Goldbachstraßen-Brücke in Zittau
Eigentlich hat die Brücke im Westen der Stadt keinen offiziellen Namen, daher benenen wir sie hier vereinfacht nach der Straße, die über sie führt. Vermutlich existierte hier vor 1900 bereits eine Holzbrücke. Sicher ist jedoch, dass 1925 eine Brücke aus Stahlbeton entstand, die 2001 saniert wurde.


Gärtnersteig


Bild einer Karte mit der Position des Gärtnersteig in Zittau
Vor dem Jahr 1898 beförderten die Zittauer Gärtner ihre Produkte über eine Brücke am Mandauwehr in die Stadt. Als die Mandau reguliert (begradigt) wurde, forderten die Gärtner eine neue Brücke. Aus diesem Grund heißt die Fußgänger-Brücke am Wehrweg heute Gärtnersteig.


Prinz-Friedrich-August-Brücke


Bild einer Karte mit der Position der Prinz-Friedrich-August-Brücke in Zittau
Kommen wir zu der bereits eingangs erwähnten Prinz-Friedrich-August-Brücke. Diese hat ihren Namen vermutlich vom letzten sächsischen König Friedrich August III. erhalten, als dieser 1896 noch Prinz war. Allerdings ist dies nicht quellensicher belegt, denn in Sachsen gab es insgesamt sechs Kurfürsten oder Könige, die den Namen Friedrich August führten (u.A. auch August der Starke). Eine Besonderheit der im Dezember 2022 durch Ministerpräsident Michael Kretschmer wiedereröffneten Brücke ist, dass die Fahrbahn der Brücke von der Zittauer Schmalspureisenbahn gekreuzt wird. Zumindest in Deutschland ist dies vermutlich einzigartig. 3,6 Millionen Euro hat die denkmalgerechte Sanierung des Bauwerks gekostet, bei der die gesamte Brücke abgetragen und neu aufgebaut wurde. In Anbetracht der aufwändigen Arbeiten ist es beeindruckend, dass die Arbeiten lediglich 11 Monate in Anspruch genommen haben. Zum Vergleich, die Arbeiten an der Carolabrücke in Dresden, bei der das gesamte Bauwerk mit Hydraulikzylindern einfachwirkend angehoben wurde, haben mehr als drei Jahre in Anspruch genommen.


Königin-Carola-Brücke


Bild einer Karte mit der Position der Carola-Brücke in Zittau
Und es bleibt royal. Die Brücke an der Friedensstraße, im Volksmund gelegentlich auch »Brücke des Friedens« genannt, ist nach der Sächsischen König Carola benannt, die bis 1907 in Sachsen regierte.


Park- und Gärtnerbrücke


Bild einer Karte mit der Position der Park- und Gärtnerbrücke in Zittau
Im Rahmen der Landesgartenschau 1999 wurden zwei Holzbrücken errichtet, die das Gelände nördlich des Olbersdorfer Sees mit dem Westpark auf der anderen Seite der Mandau verbindet.


Heilige-Geist-Brücke


Bild einer Karte mit der Position der Heilige-Geist-Brücke in Zittau
Wie sich zwischenzeitlich der geneigten Leserschaft offenbart haben dürfte, wurden viele Zittauer Brücken um die Jahrhundertwende und das Jahr 1900 errichtet. In dieser Zeit wurde die Mandau begradigt, was den Neubau vieler Brücken notwendig machte. Die Heilige-Geist-Brücke wurde 1886 als einzige der Neubauten aus Holz gebaut. Eine Modernisierung aus Stahlbeton erfuhr die Brücke 1968, so dass sie schwere Militärfahrzeuge tragen konnte. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Brücken der Stadt Zittau eine wichtige Rolle in der Stadt Zittau spielen. Sowohl kulturhistorisch als auch infrastrukturell.

Kommentare Lesermeinungen (4)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Heilig-Geist-Brücke

Von Klaus Schöne am 03.04.2026 - 09:16Uhr
Die H-G-B über die regulierte Mandau, erbaut 1896 und wie sie zu diesem Namen gekommen sein könnte.

Nach Angaben der Website der Zittauer Alten- und Pflegeheim GmbH „St. Jakob“ gründete der Johanniterorden um das Jahr 1290 in Zittau eine Hospitalstiftung „Sankt Jakob“.
Vor dem Jahr 1352 entstand in unmittelbarer Nähe eine Fronleichnamskapelle („sonst Hospitalkirche genannt“).
Die Hospitalkirche St. Jakob in Zittau ist eine ehemalige Krankenhauskapelle,

Die Hussittenkriege trafen das außerhalb Zittaus gelegene Spital besonders, insofern seine Äcker, Grundstücke und Gebäude verwüstet bzw. verbrannt, sowie die eigentlich für die armen Leute bestimmte Verpflegung gestohlen wurde. Viele historische und für das Hospital wichtige Dokumente wurden zerstört, Gottesdienste fanden nicht statt.

Neben dem Hospital St. Jakob befand sich das Siechhaus zum Heiligen Geist, wahrscheinlich eine Betreuungs-stätte für Aussätzige und Schwerstkranke, denen selbst die Mittel für das Hospital St. Jakob fehlten. An dieses Siechhaus grenzte ebenfalls eine, wahrscheinlich St. Gertraud geweihte Kapelle.

Das Siechhaus befand sich südlich des Böhmischen Endetores und ist 1521 erstmals erwähnt.

„Hier führte eine uralte Capelle, unweit der durch ihr Alter ehrwürdigen Siech-eiche, den Namen:
zum Heiligen Geist, oft auch nur „der heilige Geist“, oder „bei den Siechen“, wie auch anderwärts“.

In unmittelbar Nahe der Wasserpforte beginnt mit einem Übergang über den Pfortmühlengraben der Dreizipfliger Weg. Dieser Weg führt in südlicher Richtung über eine Wiese und endet mit dem Übergang über die Mandau.
Herr Rß schreibt in einer Mail vom 18.03.2026 „der ,Dreizipflige, war ein Weg“.

Definitionn:
Ein Steig (niederdeutsch: Stieg) bezeichnet ursprünglich einen engen Weg über Anhöhen und Berge, der nicht von Fahrzeugen befahren werden kann.
Heute wird Steig auch als Synonym für alle Arten von Fußwegen, wie z. B. in Bürgersteig, benutzt. Der Begriff Steig ist mit seinen mundartlichen Ableitungen in vielen Flurnamen wiederzufinden.

Dreizipfliger Steig über den Pfortmühlengraben. Bilder wurden nicht übernommen.

Dreizipfliger Steig Transportkarre und Brücke
T = Pfortmühle
Dieser Weg war geeignet für Reiter (Militär), Fußgänger und für den Viehtrieb. Außerdem konnten Händler auch auf Karren ihre Waren transportieren.


Die Brücke erhielt den Namen „Heilige-Geist-Brücke, weil sie vermutlich durch ihre Lage zum ehemals existierenden Siechhaus zum Heiligen Geist einen Bezugspunkt hatte.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Brücke zu Pfingsten 1896 geweiht wurde.

Stadtplan von 1910
die regulierte Mandau

Pescheck erwähnt in seiner „Geschichte von Zittau“ eine uralte Siecheiche, daneben das Siechhaus und eine „Kapelle zum heiligen Geist“.
Zu seiner Zeit, also Anfang des 19. Jahrhunderts, stand das Siechhaus „Zum heiligen Geist“ an der Stelle der späteren Neuen-/Mandau-Kaserne, erbaut von 1868 bis 1869.

Die genaue Lage dieser Landmarken, die in den Hussitenkriegen vernichtet wurden, kannte Pescheck nicht.

Der Ausbau als Holzbrücke, und damit nutzbar für Gespanne/Fuhrwerke, wurde notwendig, weil es nach dem Hochwasser von 1880 außer der Olbersdorfer Brücke weiter im Westen, keinen Übergang über die Mandau gab.
Eine Holzbrücke konnte in relativ kurzer Zeit errichtet werden.
Mit der Regulierung der Mandau wurde auch der Pfortmühlengraben überbaut und die Straße, die auf dem Stadtplan von 1910 an der Theodor-Körner-Allee begann, erhielt den Namen Königstraße. In Weiterführung war es der Mittelweg nach Oybin.

H-G-Brücke

Von Klaus Schöne am 19.03.2026 - 09:01Uhr
Die Heilige-Geist-Brücke wurde nicht 1886 als einzige der Neubauten aus Holz gebaut, sondern erst nach der Regulierung 1896..
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Schöne

Lob und Hinweis

Von Dietmar Rößler am 27.12.2023 - 15:56Uhr
Sehr geehrtes Redaktionsteam,

ich freue mich, dass Sie sich den Zittauer Brücken auf diese
sehr systematische Weise annehmen!
Sie beleuchten damit ein sehr interessantes Feld der Stadthistorie.

Die Mandau-Regulierung wurde 1898 abgeschlossen. Mit ihr entstanden die meisten der Brücken.
Sicher auch die 'Heilige-Geist-Brücke' aus Holz...
1886 stimmt da sicher nicht...
In Zusammenhang mit dieser Brücke ist interessant, dass sie (nach dem Neubau?) in DDR-Zeiten zur 'Brücke der Jugend' wurde.
Es wäre zu prüfen, welcher Namei im 'Brückenbuch' als offizieller steht...
Beim Gärtnersteig finde ich Ihren Hinweis zum 'Wehr' als gute Vorlage vielleicht zu erwähnen, dass der Weg zwischen Brücke und Stadt bis heute 'Wehrweg' heißt...
Zur vollständigen Aufzählung gehört auch noch die Brücke von Zittau-Pethau zum O-See...
Vielleicht auch die 'Martin-Garn-Brücke', die heute aber nur noch Rohre tragt...
Beste Grüße!
Dietmar Rößler

Ich habe das Projekt 'Zittauer Anzeiger' heute zufällig entdeckt.
Finde es interessant und wünsche Alles Gute!

Heiligen Geist Brücke

Von Dieter Hauswald am 23.06.2023 - 20:49Uhr
Die Heilige Geist Brücke kann nicht 1986 als Holzbrücke gebaut wurden sein.

Anmerkung der Redaktion:
Sie haben recht, es sollte 1886 heißen. Wir haben den Fehler korrigiert - vielen Dank für den Hinweis!

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  • Erstellt am 25.02.2023 - 14:20Uhr | Zuletzt geändert am 27.06.2023 - 10:02Uhr
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